Einreise: 06.02.2015

Suan heißt die kleine Grenze nordöstlich des Mt. Elgon. Wenn ich richtig gesehen habe in dem großen Buch, wo alle Daten vermerkt werden, dann gab es in 2015 erst ein Dutzend Touristen. Entsprechend werden wir empfangen. Die Beamten freuen sich auf ein Pläuschchen. Viel Arbeit machen wir nicht, weil wir ein East-Africa-Visum haben, gültig für Kenia, Uganda, Ruanda. Sie müssen also nur die vergangenen untätigen Tage an den Rädchen des Stempels weiterdrehen, ein Probestempel auf einem Stück vergilbtem Papier. Passt. Unser Pass wird abgestempelt. Es ist extrem staubig. Mit jedem Schritt den wir von einem zum anderen Gebäude tun, werden rote Staubwolken aufgewirbelt.

Dann fahren wir durch dichtbesiedeltes fruchtbares Land gegen den Uhrzeigersinn um den Mt.Elgon herum. Meist führt die gute Piste auf ca. 2000 Höhenmetern jedes Tal hinein, dann wieder heraus. Nur wenn es ab- oder aufwärts geht verwandelt sich die staubige Piste in ein steiniges trockenes Bachbett. An einer dieser kritischen Stellen blockiert ein LKW mit langen Baumstämmen beladen die Straße. Er hängt quer über die Piste, muss herausgezogen werden, das kann Tage dauern.

 Sofort sind wir von ca. 20 jungen Männern umzingelt. Sie zeigen uns den bypass durch den Wald. Verriegelung für den Vorderantrieb, Untersetzung und 4-Gang rein. Mit nackten Oberkörpern, kein Gramm zu viel laufen sie vor unserem Auto her, einige Bäume haben sie schon gefällt, gestikulieren wenn Heimo im Zick Zack um die Bäume herumfahren muss. Wir haben noch keine Uganda Schillinge, aber sie kennen auch die Kenianischen und freuen sich ausgelassen über die umgerechnet 5 € Trinkgeld.

Während auf Kenia-Seite das Land flach war und große Felder zuließ, die mit schweren landwirtschaftlichen Maschinen bestellt werden, sind es hier kleine terrassenartige Felder die dem steilen steinigen Boden abgerungen werden. Bananen, Zuckerrohr, Cassava, Yamswurzel, Mais, Hirse; alles für den eigenen Gebrauch. Die Menschen wirken viel ärmer, auch die Kleidersammlungen der westlichen Welt haben diesen Teil Ugandas noch nicht erreicht. Die Kinder sind in Lumpen gekleidet oder gar nackt. Aber alle sind freundlich, winken und freuen sich dass wir heute für einen Augenblick durch ihr Leben fuhren. Heimos Kommentar: "Das klingt wieder so dramatisch!"

Sipi Falls

Mitten in der Nacht wird der Wind zum Orkan und wir flüchten vom Dachzelt ins Auto. Heimo klappt noch schnell das Zelt zusammen. Wir stehen unter hohen Avocadobäumen und fürchten, dass Äste abbrechen oder gar ganze Bäume auf unser Auto fallen. Als auch in der Früh der Wind noch immer so heftig bläst packen wir nach einem eiligen Frühstück zusammen und fahren weiter.

Ein großes Schild, 'The White Nile' aber Polizei wacht an beiden Seiten der langen Brücke und ich wage es nicht ein Foto zu machen, obwohl es mich mächtig in den Fingern juckt. Wir sind in Jinja, (sprich Dschindscha) da wo der weiße Nil aus dem Viktoria See fließt.

'The Heaven' ist eine Lodge ca. 15 km flussabwärts. Langsam treiben Inseln von Wasserhyazinthen an uns vorbei, werden immer schneller je mehr sie sich den Stromschnellen nähern, hüpfen anfangs noch recht träge über die weißen Schaumkronen, schließlich verschluckt sie der reißende Strom. Heute Abend gibt es Völser-Weiher-Hirten-Nudeln. Und das am Nil! Die getrockneten Steinpilze sind zwar vom Pinzgau, aber die vom Völser Weiher kommen höchstwahrscheinlich auch aus Polen.

Once in a lifetime..

Heimo schwimmt zum ersten Mal im Nil. Ich finde das aufregend. Solange man jung ist, gibt es ständig erste Male, in unserem Alter werden es immer weniger. Vielleicht reisen wir deshalb so gerne, um noch schnell ein paar erste Male zu sammeln. Gleich wird mich Heimo ermahnen: "Schreib nicht so pathetisch!"

links ein englisches Pärchen, rechts Heimo und ich und hinten Omow

'Whirlpool', 'Bermuda', 'Silverback', 'G-Spot' oder 'Nile Special', so heißen die Stromschnellen. Insgesamt sind es 8, bis Schwierigkeitsgrad 5 und 23 Flußkilomenter, die wir an diesem Tag zurücklegen. Den 'Bad Place' müssen wir umgehen. In Europa hätten wir unser schweres Gummi-Boot sicherlich selber tragen müssen, hier ist alles organsiert.

Ich bin ja eher der Krinoline-Typ am Oktoberfest, während Heimo Dreier- und Fünfer-Looping liebt. Daher wäre für mich eine Fahrt auf der angeblich originalen 'African Queen', einem hölzernen Fischerkahn, sicherlich angemessener gewesen. Dafür hätte ich für ein paar Stunden auch die Rolle der prüden Missionarstochter Katharine Hepburn übernommen um mich dann schlussendlich doch in den ruppigen Kapitän Humphrey Bogart zu verlieben.

Schon bei der Einweisung wird mir ganz mulmig zu Mute. Ich finde es gar nicht lustig mit Kleidern, Schwimmweste und Helm ins Wasser, sprich Nil zu springen um zu erfahren wie wir uns beim Kentern zu verhalten haben. Ich erfahre, dass ich, wenn ich mich unter dem umgestürzten Boot befinde, ganz cool bleiben (don't panic!) und nach den Seil greifen soll, das am Boot befestigt ist. Dann tauche ich, noch immer ganz cool, unter dem Boot hervor und halte mich weiterhin am Seil fest. Damit ist es aber noch nicht getan. Omow stellt nun das Boot wieder auf, und damit es mir nicht auf den Kopf plumpst, muss ich gleichzeitig, diesmal in die Gegenrichtung unter das Boot durchtauchen.

noch sitzen wir alle 5 im Boot, man sieht das nur nicht

Vor jeder Stromschnelle frage ich in Panik: "Are we going to capsize?" Nur zwei Mal höre ich ein eindeutiges "No". Die anderen Male: "It's fifty-fifty".

Die Kommandos kommen knapp: "paddle, paddle, paddle!", oder "down!" das mag ich am liebsten, denn da lass ich mich ins Innere des Bootes fallen und halte mich mit Händen und Füßen fest, aber gleich darauf erschallt schon wieder "Up, up!" und "strong paddle!".

Ich bin stolz auf meinem sportlichen Mann. Je toller das Boot schaukelt, und je höher die Wellen auf uns niederschlagen umso mehr Spaß hat er. Aber ich bin auch stolz auf mich, dass ich Hosensch... das geschafft habe. Es war übrigens mein erstes aber sicherlich auch mein letztes Mal.

Eines der leidigen Dinge unseres Reisens ist die Wäsche, genauergesagt das Wäschewaschen und die Körperreinigung.

Gibt man sie außer Haus dann erhält man sie in der Regel ausgefranst mit Rüscherl als Einwegkleidung wieder zurück.

Für eine Waschmaschine on-board ist mein Baby zu klein. Also do-it-yourself ist geboten und gestern war Waschtag am, bzw. im Nil.

Für 250.-US$ haben wir eine Whitewater-Rafting-Tour gebucht. Vorauskasse, versteht sich, die Organisatoren wollen sicher sein. Von Hyppos oder Krokos ist das Geld nur schwer einzutreiben und bis zum Lake Albert ist der Weg zu lang um nach Schuldnern zu suchen. Wir hätten es wissen müssen, wir hatten die Wahl: leicht verschmutzt - easy way, oder stark verschmutzt - tough way. Wegen meines bereits strengen Geruches haben wir den 2. Waschgang gewählt.

schließlich passiert es dann doch einmal

Es gibt doch da ein Foto, das eine junge Katze zeigt, die den Roundtrip in einem Waschmaschinengang gemacht hat. Nun, ich alter Kater habe es, wenn auch mit ein paar Blessuren überlebt. Die angelegte Wäsche ist um die Geschmackstufe Nilwasser reicher und um die Geruchstufe Angstschweiß strenger. Fazit: warst net aufigstiegn, warst net obigfalln.

in Kampala regnet es

Kampala upper class

Wir kommen mit einer Gruppe Schwarzer Jugendlicher ins Gespräch. Ich mutmaße Studenten. Nein, sie haben schon fertig studiert. Stark geschminkt, aufwändige Frisuren und Kleider, manikürte Fingernägel, dicke goldene Uhren und riesige Handtaschen. Debby schwärmt mir von Kampala vor. Ich erfahre welche Shopping Mall, welche Bar in welchem Hotel gerade angesagt sind, wo es den besten Friseur und die beste italienische "Pissa" gibt. Aber Debby erzählt auch, dass sie 6 Schwestern hat, und dass alle entweder schon studiert haben oder noch studieren. Da werde ich neugierig. Sie lässt mir recht, dass studieren in Uganda sehr teuer ist. Ihr Vater ist bestimmt so ein korrupter Politiker. "He is a merchant. A farmer. In poultry, a big farm."

Liebe Juju. Bestimmt hat er auch einmal klein, mit einem Hahn und 4 Hennen begonnen.

Unterhose See (Lake Mutanda) und Bunyonyi See

2 stille Seen im äußersten Südwest-Zipfel von Uganda.

Der Lake Bunyonyi mit einer Tiefe von über 2.000 m ist der tiefste See Ugandas. Wegen seines hohen Mineralsalzgehaltes gilt er als bilharziosefrei. Also könnten wir darin schwimmen, doch es ist uns zu kalt. Berühmt ist er wegen der köstlichen Flusskrebse die auch die Fischottern zu schätzen wissen. Angeblich hört man das Knacken und Knirschen wenn sie die Schalen der Krustentiere durchbeißen.

Wir sind im Dreiländereck Uganda/Ruanda/Kongo. Wieder werden wir es nicht schaffen in den Kongo zu kommen. Es ist uns zu aufwändig, wir verlieren das East-Africa- und das Tansania-Visum. Ich weiß, das werde ich bereuen, denn für mich ist das von Krieg und Massakern wie kein anderes zerrüttete Land - das 'Herz der Finsternis' - Afrika schlechthin. Dabei wäre der Augenblick gar nicht schlecht, denn die M23-Rebellen des Ost-Kongo scheinen zurzeit ziemlich ausgerottet.

Lake Albert Safari Lodge

Wir lieben Night-Drives im erhöhten offenen Safari-Landrover. Die Nacht lässt Geräusche lauter und Gerüche intensiver werden. Die Guides leuchten mit starken Strahlern das hohe gelbe Gras aus, das sich im warmen Wind wiegt und in dem sich Wildtiere verstecken. Unser Abendessen wird uns irgendwo in der Savannenlandschaft unter dem Sternenhimmel serviert. Es fehlt nur noch Mozart's Klarinettenkonzert.

um die Körpertemperatur zu regulieren, liegen Krokodile gerne mit offenem Maul

Die Nadel im Heuhaufen bzw. der Hut im Nil

Wir fahren im Motorboot 25 km Viktoria-Nilaufwärts zu den Murchison Wasserfällen.  Irgendwann vermisse ich meinen Hut. Das Dutzend Mitreisende hilft mir bei der Suche, unter den Sitzen, in allen Ecken des Schiffs. Schade, einen passenden Stoffhut zu finden, indem man noch dazu nicht bescheuert aussieht, ist nicht einfach. Die Fahrt geht durch den gleichnamigen Nationalpark.


 

Immer wieder hält das Schiff an, damit wir am Ufer die Wildtiere beobachten können. Bei den Wasserfällen ist dann Schluss und in der Abendsonne fahren wir wieder zurück. Irgendwann sehe ich was Rundes im Wasser treiben, das könnte doch mein Hut sein. Das Schiff drosselt die beiden Außenbordmotoren und macht eine Kehre. Ralf hat es uns beim Segeln immer eingetrichtert: bei Mann über Bord, das Objekt nie aus den Augen verlieren. Genau das befolgen wir in der Aufregung nicht. Aber der Hut hat nun mal beschlossen, dass er bei mir bleiben möchte, wir finden ihn erneut und ein Crewmitglied fischt in mir aus dem Wasser. Chance; 1 : ?, da wär mir ein Lottogewinn, dann doch lieber gewesen.

Murchison Fälle

Angenommen der Viktoria Nil bei den Murchison Fällen hat eine Breite zwischen 600 und 1200m; zum leichteren Rechnen also durchschnittlich 1km. Wir haben zwischen dem Moment der Hutversenkung und der glücklichen Wiederfindung eine Strecke von ca. 10km zurückgelegt. Dies ergibt eine Wasserfläche von 10.000.000 qm. Der Hut mit einer Fläche von 0,06qm steht also im Verhältnis 1 : 167.000.000. Ma che culo!

(siehe auch unter Kurioses: Hemingway)


die Erde hat tiefe Risse

 Südlich von Moyo, nahe der Südsudanischen Grenze überqueren wir mit einer Fähre zum letzten Mal den Albert-Nil. So heißt er nachdem er den Albertsee verlassen hat. Vielleicht stoßen wir nächstes Jahr im Sudan wieder auf ihn, wo er dann Bahr-el-Jebel heißt. Es hat lange nicht mehr geregnet. Am Abend brauen sich einige Wolken zusammen, aber die ziehen gleich wieder ab. In dieser Nacht hören wir ein gleichmäßiges rhythmisches Trommeln.

Der wilde Norden

"Tracks 4 Africa", die Software im Nüvi zeigt uns keine Straßen und Pisten mehr an. Wenn wir wieder zu Hause sind ist es Zeit für ein up-date. Unsere beiden Uganda-Reisebücher handeln den äußersten Norden mit einer halben bzw. einer Seite ab. Sie erklären den ganzen Norden zum No-go-Gebiet, aber sie sind auch schon 4-5 Jahre alt und geschrieben wurden sie noch früher. Unsere Karte hat Pisten eingezeichnet die nicht existieren, dafür fehlen andere die es wirklich gibt. Aber die ernsten Mienen der Menschen hellen sich sofort zu einem breiten Lächeln auf, wenn wir sie begrüßen und bereitwillig geben sie Auskunft.

Hier trieb Joseph Kony mit seiner Lord Resistence Army (LRA) 20 Jahre lang sein Unwesen. Fazit: 1,5 Millionen Menschen in Flüchtlingscamps, Dörfer wurden überfallen und angezündet, Erwachsenen Nasen, Ohren und Genitalien abgehackt, Kinder geraubt und zu Soldaten "erzogen" und Mädchen zu Sex gezwungen. Die Ugandische Armee hat in den letzten Jahren 20.000 Rebellen festgenommen, viele konnten aus ihrer Zwangssituation flüchten. Doch weder die Kampagne der Organisation "Invisible Children" von 2012, noch die Entsendung von 5.000 Soldaten der Afrikanischen Union, oder das von den USA ausgesetzte Kopfgeld von 5Mio $ führten bisher zur Ergreifung Konys. Wenn wir hier nach ihm fragen, dann heißt es der meistgesuchte Menschenschlächter hat sich in den Südsudan oder in den Kongo zurückgezogen.

 USAID und die EU, zumindest ihr Geld waren schon vor uns da. Die Pisten sind gut, in jedem Dorf gibt es einen Brunnen und das ehemalige Hauptanbaugebiet für Baumwolle, Hirse und Bohnen wird mit Teak- und Nadelbäumen wieder aufgeforstet. Haupteinnahmequelle der Menschen ist die Herstellung von Holzkohle und dazu fällen sie alle Bäume. Aber irgendeine Hilfsorganisation oder Geberland wird morgen schon wieder neue Bäume pflanzen.

Kitgum, manche nennen es auch Shitgum, ist die größte Stadt hier im Norden. Touristisch hat sie wirklich nichts zu bieten. Aber vielleicht liegt gerade darin ihr Charme. Fuglys ist Treffpunkt der wenigen Westler. Er ist benannt nach dem Maskottchen (fucking ugly), einer alten Ziege mit zweitem Namen pregnant-he-goat. Der Ziegenbock ist natürlich nicht schwanger, sieht aber durch einen Leistenbruch so aus. Er löst so manches Müllproblem in der Anlage, und man warnt uns ja keine Dokumente herumliegen zu lassen. Ihm schmecken sogar Reisepässe und Geldscheine.

Viel Abwechslung haben die NGO's hier nicht und wir hören begeistert ihren Anekdoten zu. Man empfiehlt uns unbedingt am Sonntag einem Hochamt beizuwohnen. Es dauert Stunden. Menschen stöhnen, weinen, schreien, beten, singen, tanzen, rufen Gott an, fallen in Ohnmacht. Eine geschlagene halbe Stunde predigt der Pfarrer, dass die zum Trocknen aufgehängten Leintücher der Mission nicht gestohlen werden dürfen. Der Höhepunkt, zumindest für den Priester, ist als er seine Schäfchen auffordert weiße Kuverts hoch zu heben und dann Geld reinzustecken. Je mehr, umso Gottgefälliger und Seelenheil-bringender. Alle haben gesündigt und müssen daher Buße tun.

Karamoja

Aride Savannenlandschaft, Kriege, Plünderungen, bewaffnete Viehdiebstähle (untereinander und aus dem benachbarten Kenia), der Zustrom hunderttausender Kriegsflüchtlinge aus dem Sudan, all das hat die stolzen, traditionsbewussten Karamajong geprägt. Ihr Leben ist sicherlich hart und daher sind sie Ziel vieler Hilfsorganisationen, zu vieler.

Die Karamajong klauen die Lichtreflektoren von den Autos um damit Schmuck herzustellen

Ronald, ein Agronom aus Kenia der in Europa studiert hat und für eine niederländische NGO arbeitet erzählt uns wie zur Erntezeit sämtliche Arbeiter davongelaufen sind weil wieder Lebensmittel vom WFP (World Food Program) geliefert wurden. Ein anderer NGO erzählt uns, das hier angebaute Sorghum (das eigentliche Hauptnahrungsmittel) dient nicht als solches, sondern ausschließlich zur Hirsebierherstellung. Leider hält es nicht lange, daher muss es schnell getrunken werden. Und das geschieht auch mit den entsprechenden Folgen..

alte Frauen, die der Familie nichts mehr bringen, werden einfach davongejagt

In Kotido nutzen wir eine Banda (Rundhütte als Zimmer) der Church of Uganda. Hier versammeln sich Missionare verschiedener ähnlicher Glaubensrichtungen. Einen Nachmittag lang erklärt Heimo im Schatten eines Baumes dem Bischof der anglikanischen Kirche seinen Glauben über Gott und die Welt. Für mich, die ich etwas abseits sitze, hört es sich an als möchte er den armen Bischof missionieren. Doch dieser zeigt sich recht interessiert und die wenigen Momente wo er zu Wort kommt, bestätigt er: "right, right" oder "right, right, but..."

Long Vehicle, Wide Load

An sich für uns gängige Begriffe für Langholz- oder Rohrtransporte oder überbreite Schaufelbagger. Wide Loads prägen hierzulande das Straßenbild. Nur sind es hier weniger Trucks als ganz einfach chinesische Fahrräder oder Kleinmotorräder, Boda Boda genannt, auf denen Bauholz, Stahlkonstruktionen, Wohnzimmereinrichtungen, Bündel von Plastikkanistern oder eine Rolle Wellblech transportiert wird, alles quer aufgepackt, versteht sich. Dies sind übliche Verkehrsteilnehmer an denen sich kein Mensch stößt, allenfalls physisch.

Heute aber haben wir einen Sondertransport der außergewöhnlichen Art erlebt.

Wie bei uns auch werden Wasserleitungsrohre in Längen von 6 m geliefert. So ein Rohr gilt es auf einem Fahrrad zu liefern, nicht quer, das würde eine Straße sperren, also Long Vehicle, 3m nach vorne, 3m nach hinten. Soweit so gut, wären da nicht auch Straßenkreuzungen. Es kam wie es kommen musste, wie weiland Ritter Lancelot kam das Rohr vor dem Reiter in die Kreuzung. Kühn wies jedoch der Turniergegner, ein Boda-Boda-Fahrer, das Rohr ab. Ritter Lancelot kam zu Fall mitsamt seinem Installationsmaterial. Der Motorradturniersieger verließ leicht taumelnd, aber triumphierend, die Faust schüttelnd den Turnierplatz. Der Verlierer musste aber traurig seine Stahlrosinante neu munitionieren für die nächste Kreuzung: the winner takes it all, the looser laying small.


Schopfadler

Einmal wurde uns von einer Polizeikontrolle bedeutet: links ran. Aber während der schnellen Gewissenserforschung und des langsamen Hinrollens werden wir auf einmal wieder durchgewunken. Der Polizist verneigte sich vor uns, die Hände entschuldigend gefaltet. Der Grund dieses Sinneswandels: per Erlass ist die Polizei in Uganda angehalten Touristen nicht aufzuhalten. Uganda sei's gedankt. Es war sehr schön hier. Und bei dem Gedanken an die vergleichsweisen Modalitäten in Tansania kommt jetzt schon Groll auf.