November/Dezember 2011



Marokko



 

Tanger (nicht Tanger heißt die Stadt sondern: tonscher)

Gleich 2 Mal fallen wir auf Schlepper rein. Da auch die Offiziellen keine Uniform tragen weiß man nie wer wirklich autorisiert ist unsere Pässe oder Autopapiere zu sehen und wer nur so forsch auftritt um dann nach einer lächerlichen Leistung, die man selber hätte schneller erledigen können, Geld zu kassieren. Scheine wollen sie dann, keine Münzen, auch nicht in Euro. Die spinnen wohl!

Wir müssen das Auto verlassen, es wir geröntgt. Dann kann ich im Auto sitzen bleiben, Heimo muss mit 3 Männern mitgehen. Nach einer ¾ Stunde mache ich mich auf die Suche nach ihm. Sein Pass wird, da er der Fahrzeughalter ist, ein zweites Mal in den Computer eingegeben. Dazu musste er in den 2. Stock eines Gebäudes. Dumm nur dass der zuständige Beamte nicht auf seinem Platz war. Anschließend warten wir nochmals ewig wie mir scheint, bis irgendwelche Autopapiere abgestempelt sind. Dreimal werden wir noch gefragt ob wir irgendwelche Waffen bei uns hätten, aber das Auto wird nicht durchsucht. Bei der Insurance frontiere muss die Sachbearbeiterin erst geweckt werden bevor ich eine Autoversicherung für 3 Monate abschließen kann. Dann wechsle ich Dirham (1€ =11Dh). Endlich können wir den Hafen verlassen. „Soyez les bienvenues!“

Wir sind noch keine 200 m gefahren, da drückt Heimo aufs Gaspedal, bremst abrupt, gibt wieder Gas. Ein Junge ist hinten auf unser Auto gesprungen. Wahrscheinlich wollte er über die Hintertüre oder vom Dach Beute machen. Heimos Fahrweise, oder weil er feststellte, dass er nicht erfolgreich sein würde lassen ihn wieder vom Auto springen und zwischen den Menschenmassen verschwinden. Das geht ja gut los!

 

Der Name Tanger stammt von der Göttin Tingis, der Geliebten Herkules, dessen Kräfte so gewaltig waren, dass er Europa von Afrika trennte und die Straße von Gibraltar bildete.

Bis Mitte des letzten Jh. zog die Stadt viele Künstler, Spione und Exzentriker an. Heute bemüht man sich an diese glanzvollen Zeiten anzuknüpfen, aber kulturell bietet die Stadt noch immer nichts. Nachdem Marokko noch viele schönere Städte zu bieten hat, beschließen wir Tanger auszulassen und Richtung Osten zu fahren.



 

Die Grottes D’Hercules bei Cap Spartel südwestlich von Tanger. Der Atlantik brandet mit Getöse und viel Gischt in die Grotte.



 



In den engen Gassen des Suks von Tetuan verirre ich mich. Heimo merkt lange vor mir, dass wir an ein und denselben Buden schon zum 2. Mal vorbei kommen. „Das muss doch so sein, wenn du immer nach links gehst. Du enttäuscht mich.“ Normalerweise habe ich den besseren Orientierungssinn von uns beiden.

Es herrscht ein fürchterliches Gedränge. Der Arabische Mann ist kein Gentleman und auch die Frauen drängeln. Das gibt es hier nicht, dass man z.B. an der Tür jemandem den Vortritt lässt. Und uns Ausländern schon gar nicht. Ich glaube die Einheimischen interpretieren das als eigene Unterlegenheit. Und das wollen sie absolut nicht. Daher drücken sie sich, egal ob zu Fuß oder im Auto noch unbedingt vor uns durch.

Am Parkplatz kommt uns ein Kastenwagen der Gärtnerei Mauser aus Putzbrunn entgegen. Wir winken begeistert. Höflich, aber weitaus weniger euphorisch winkt „Herr Mauser“ zurück.

Später entdecken wir noch etliche Kastenwagen mit Aufschriften von deutschen Firmen. 

die Gassen der Altstadt sind blau getüncht

 

Chefchaouen, ein hübsches weißes Gebirgsstädtchen an einem Südhang des Rifgebirges gelegen, ist fest in Tiroler Hand. Auf dem kleinen Campingplatz, oberhalb der Ortschaft mit wunderbarem Blick auf das Städtchen und das darunterliegende Tal, steht neben uns ein Defender mit Mutter und Sohn aus Marling. Im Wäldchen unter uns spielt ein zugekiffter Klausner auf der Maultrommel und weiter hinten parkt ein Innsbrucker Pärchen. In der Ferne fraternisiert man sich gerne mit jedem.



100 km fahren wir die Rif-Kammstraße in endlosen Kurven und Windungen auf einer Höhe von 1100-1600m entlang. Die Männer am Straßenrand zeigen auf uns, die entgegenkommenden Autos blinken. Zwei Mal bleiben wir stehen, weil wir glauben mit unserem Dachzelt, dem Reservereifen oder der Alukiste am Dach stimmt etwas nicht. Beide Male bieten uns junge Männer Haschisch an. Erst jetzt lesen wir in unserem Buch „Ketama hat einen zweifelhaften Ruf. Diese Region jenseits aller Gesetze gewährt Menschen Unterschlupf, die sich in keinem anderen Teil Marokkos mehr blicken lassen können….hier ist nichts und niemand, an den man sich wenden könnte, wenn man in Schwierigkeiten gerät.“

Tatsächlich gilt das Gebiet hier als größtes Cannabisanbaugebiet der Welt. Wilde Gestalten treiben sich herum. Alle wollen sie uns Kiff verkaufen und ihre Handbewegungen zeigen wie man Zigaretten selbst dreht. An ihren Zähnen erkennen wir, dass sie nicht nur dealen, sondern auch selber konsumieren. Wir tanken und fahren dann auf kleineren Straßen schnellstens weiter, doch was früher mal Pisten waren, sind jetzt asphaltierte, wenn auch schlechte Asphaltstraßen. Die Erosion ist so groß, dass Teile der Straße immer wieder weggeschwemmt werden und wir dann zumindest abschnittsweise auf Pisten fahren. Hier leben Berber. In ihren dunklen wollenen Kapuzenmänteln, Dschellabas sehen sie aus wie Komparsen aus dem Film Der Name der Rose. In Marokko gibt es immer einen Grund, dass sich die Männer die Kapuzen ihrer Burnusse über die Köpfe ziehen. Sie bieten Schutz vor Sonne, Wind, Kälte, Regen oder in der Wüste vor dem Sand.

 



Oberhalb eines Sees in einem Oliven- Mandel- und Feigenhain schlafen wir. Es ist ein ausgesprochen romantisches Plätzchen. Aber es ist unsere erste Nacht in der wir wild campieren und ich habe Schiss. Die Finsterlinge sehe ich noch lebhaft vor mir. Ich weigere mich im Dachzelt zu schlafen, daher schlafen wir im Auto. Heimo meint zwar, das sei auch nicht sicherer und ist bei Weitem nicht so bequem, es ist eng und die Polsterung zu hart. Daher nimmt Heimo ein Schlafmittel. Der verpennt doch glatt einen Überfall während ich jedes Mal wenn der Kühlschrank kühlt glaube ein Auto kommt, oder Schritte nähern sich uns.



 

Frühstück in der Sonne unter Dattelpalmen. Wir sind in Figuig, auf dem Campingplatz des einzigen Hotels in der Oase im Südosten Marokkos. Es ist ein Wüstenhotel, vor uns die Überreste eines zerfallenden Ksar (Wehrdorf), dahinter gleich Algerien. Aber alle Grenzübergänge sind wegen politischer Auseinandersetzungen der beiden Staaten derzeit geschlossen. Von der Terrasse aus hat man einen Ausblick auf die „Unterstadt“ und den Palmenhain (Palmeraie). Die Häuser und die hohen Mauern bestehen aus Stampflehm. Ein ausgeklügeltes zum Teil unterirdisches Bewässerungssystem versorgt die Palmenhaine und die gepflegten Gemüsegärten. Früher leiteten verfeindete Familien die Wasserkanäle um, um Mauern und Fundamente der feindlichen Kasbahs (Forts) zum Einsturz zu bringen.

Nur im Herbst zur Dattelernte erwacht die Oase aus ihrem Dämmerschlaf. Es gibt viele Dattelsorten, die beste und demnach teuerste hier heißt Aziz (hoffentlich habe ich es richtig geschrieben). 1kg davon kostet im Geschäft etwa 7.- €, die zweitbeste Sorte nur noch 1,80€.

Am 2. Tag sind wir dann schon etwas fußfaul und mieten uns Fahrräder.

In der 1. Nacht gab’s einen Sandsturm, dass wir fürchteten es bläst uns mit unserer “Rooflodge“ vom Dach, daher sind wir wieder einmal ins Innere des Autos geflüchtet.

Bereits auf der langen Fahrt hierher durch spärlich bewachsene Wüstenlandschaft war um die Mittagszeit die Luft einmal ziegelfarben, dann weiß vom Sand. Streckenweise sahen wir gar nichts, wie bei sehr starkem Nebel. Alles: Sand, Plastiktüten aber auch abgestorbene Rollbüsche saust Richtung Osten („Es säuselet Richtung Algerien“, Heimos Beitrag). Auf unserer Karte ist die Grenze zwischen den beiden Staaten gar nicht eingezeichnet. Tatsächlich gibt es sie gar nicht und verläuft irgendwo parallel zu unserer Straße. Daher wird vom Verlassen dieser gewarnt.

 



Heimo's Zeichnung der Oase

Im Hotel wohnen 4 Gäste, Franzosen. Einer ist Pensionist und bereits seit 10 Tagen hier. Die anderen 3 gehören zusammen. Sie sind Lehrer, auch wenn sie das nur zögerlich zugeben. Auf alle Fälle arbeiten sie für eine staatliche Organisation Frankreichs auf dem Erziehungssektor und arbeiten mit Marokko zusammen um die Bildung der Kindern im Alter von 6-12 Jahren zu verbessern. Zum Abendessen sitzen wir 6 immer im ungemütlichen Speisesaal und langsam kommen wir uns näher. Ein Côte du Rhone aus der Thermosflasche des Pensionisten macht die Runde. Es ist etwas skurril - wie aus einem Roman. Trotzdem, oder gerade deshalb liebe ich diese gemeinsamen Abendessen. Es soll hier nicht der Eindruck entstehen, dass ich alles verstehe wenn die Franzosen sprechen, im Gegenteil. Ich muss mich wahnsinnig anstrengen, und trotzdem geht so Manches an mir vorbei. Insbesondere dann, wenn Heimo mich immer wieder fragt: „ Was haben sie gesagt?“



Heimo schreibt:

Heute haben wir unsere Feuertaufe gehabt. Es musste ja so kommen: Abkürzungen, die sich wie so oft in die Länge ziehen. Die Staatsstraße R602 erweist sich bis zu einer Funkstation als gut fahrbar und wird dann zu einer anspruchsvollen Piste auf der wir mehrere Flussbette (Oueds) durchfahren mussten. Das Teuflische an diesen Pisten ist, dass sich die Spuren immer wieder teilen und man wählen darf. Prompt haben wir den Weg zu einem Militärposten gewählt. In einer Staubwolke holt uns ein Pick-up ein, auf der Ladefläche die Lafette für ein MG, mit 6 abenteuerlichen Gestalten, teils in Adidas-Trainingsanzügen teils in Militärjacken. Wir werden gestoppt. Sind das Algerier oder Marokkaner? Hoch lebe Mohammed VI, es sind Marokkaner, die uns den richtigen Weg zeigen. Wieder durch das Flussbett, dann querfeldein, dann über wegloses Gelände zurück auf die richtige Piste.

Außer ein paar Nomaden mit ihren Schafen, den niedrigen, schwarzen, winzigen Zelten und der Boma, ein  eingezäunter Flecken Erde wo sie Nachts die Tiere einschließen, gibt es hier gar nichts. Weites braunes Land. Ich wundere mich was die Schafe hier zum Fressen finden.



7.8. November: Nationalfeiertag. Zur Erinnerung an den Grünen Marsch, als 1975

350.000 Marokkaner gegen Süden zogen um Marokkos Ansprüche in Westsahara zu verdeutlichen. Im ganzen Land wehen abertausende von roten Flaggen mit dem grünen Stern. Am Tag zuvor werden Schafe und Lämmer in Schubkarren zum Schächten gebracht um sie dann am Feiertag zu braten, im Radio spricht König Mohammed VI, die Menschen sind herausgeputzt.



In Erfoud treffen wir am Campingplatz 2 Bologneser mit Margherita, ihrer 3jährigen Tochter. An ihrem Defender merken wir sofort, dass das nicht ihre erste Reise ist, zu gut sind sie ausgerüstet. Beide Geologen, arbeiten sie für die Uni Bologna und eine Uni hier in Marokko. Ihre Aufgabe ist es Startplätze zu finden wo die Nasa oder Esa eventuell zum Mars starten könnten. Sie sagen selber das klinge sehr verrückt. Ob diesbezüglich jemals etwas zustande kommt, steht in den Sternen. Das ist ihnen auch egal, sie interessiert nur ihr Auftrag und das Geld das sie dafür bekommen. Daniela und Riccardo sind auf alle Fälle Insider was Afrika und Marokko angeht und sie geben uns manch guten Tipp.

In den nächsten Tagen findet das Dattelfest statt. Riesige Zelte wurden aufgebaut. In der Stadt herrscht große Betriebsamkeit. Überall Polizeiautos. Der König soll kommen. Wir besuchen das Fossilienmuseum und flüchten dann vor dem Rummel.



Der Erg Chebbi ist eine wandernde Sanddüne 20km lang, 10km breit, die ständig ihre Form verändert und bis zu 160m hoch wird. Je nach Tageszeit nehmen die Dünen verschiedene Farbtöne an: gelb, orange, lila, rosa. Wir schalten auf 4-Radantrieb und üben ein bisschen die Ausläufer rauf und runter. Ich bin zu langsam und prompt bleiben wir stecken. Verwegene Burschen, wie wir später erfahren Spanier, fahren mit entsprechend präparierten 4 x 4 die Dünen an der steilsten Stelle hinauf. Wir beobachten sie von unten und staunen.

M’fiz im SO der Sanddüne ist eine Geisterstadt. Ein paar Häuser die schon oft als Filmkulisse

herhalten mussten. Wieder auf der Straße bieten uns Jungen einen Wüstenfuchs zum Kauf an, Mit den großen runden Augen schaut er ganz verschreckt drein. Im Nachhinein überlegen wir, dass wir ihn hätten kaufen sollen und dann laufen lassen. Aber ein sich wild gebärdendes Tier im Auto, wenn auch nur für kurze Zeit, das noch dazu beißt….?





Querfeldein fahren wir zu einem Tafelberg den uns Daniela und Riccardo genannt haben. Nur von einer Seite über ein zerfallenes Tor ist er „bezwingbar“. Hier wurde der Film „Die Mumie“ gedreht. Ein spektakulärer Rundblick. Ganz unten ein paar schwarze Punkte, Kamele, die sich von weiß der Kuckuck was ernähren.



vielleicht hätten wir uns doch einen Kuhfänger richten sollen

2 Mal bleiben wir stehen. Das erste Mal wegen 3 Berbermädchen, die mit leeren Plastikflaschen am Straßenrand winken. Ich gebe ihnen 3 Flaschen Mineralwasser. Sie betatzen mich, kreischen, wollen Kleider, Schuhe. Es ist so unangenehm dass ich mir vornehme das nächste Mal nicht mehr stehen zu bleiben. Bald darauf steht ein Kastenwagen mit mindestens 10 Menschen am Straßenrand. Das Auto ist kaputt. Wir sollen sie 45km ins nächste Dorf abschleppen. Heimo weigert sich. Wir nehmen einen von ihnen mit. Er sitzt auf meinem Platz, während ich hinten im Fond liege. Das ist eigentlich sehr bequem und da die Sonne schon recht tief steht leuchten die Berge in dem sonst unwirtlichen Land violett.

Bis nach Zagora schaffen wir es nicht mehr bevor es dunkel wird. Daher campieren wir in einem Oued. Es ist beinahe Vollmond. Die Nacht scheint silbern. Wie klar der Himmel ist!

Beim Abendspaziergang folgende Diskussion: “Die Nacht scheint nicht silbern.“ „Doch, schau da rüber, dort ist es doch silbern und nicht schwarz.“ „Höchstens die Steine können silbern schimmern, aber nicht die Nacht. Du musst aufpassen, dass du nicht zu geschwollen schreibst.“



 

Wieder einmal quälen wir uns und das Auto über eine unwegsame Piste. Bequem könnten wir weiter nördlich die asphaltierte Straße nehmen, doch einen Teil, das Drâatal fahren wir am Rückweg. Außerdem sind wir hier wirklich ganz alleine. Dunkle Basaltsteinwüste wie eine Mondlandschaft, flache, weite Täler eingerahmt von schwarzen Bergen, ein paar wilde Dromedare, dann wieder ein Oued, ein paar Nomaden, oder gar ein paar Lehmhütten in der Farbe der Hügel dahinter, ein Brunnen, vermummte Menschen um einen Esel schwer mit Maisstauden beladen, Futter für die Ziegen. Am Rücken einer Mutter ein Baby, das Gesicht voller schwarzer Fliegen… Der Weg ist das Ziel.



ich übe schon mal für die Dattelernte

 

52 Tage bis Timbuktu…..Von Zagora aus starteten die Wüstenkarawanen. Ein Einheimischer in perfektem Deutsch, er lebt als Sozialpädagoge in Münster, erzählt uns das mit den 52 Tagen sei ein Märchen. Sein Großvater ist 30 Jahre lang durch die Wüste gezogen und hat dabei seinen Bruder verloren. Heute ist Zagora noch immer eine reiche Handelsstadt, am Blvd. Mohamed V. reihen sich ein Café Snack und eine Laiterie an die andere. Wir schlafen im Jardin du Zagora, ganz zentral.

Kaum zu glauben, dass sich vor 130.000 bis 100.000 Jahren drei mächtige und weitverzweigte Ströme in Nordafrika erstreckten, die fruchtbare Lebensräume für Mensch,Tier und Pflanzen waren.

90 km südlich liegt der frühere Karawanenrastpunkt M’hamid, eine Oase die lange Zeit wegen Grenzspannungen zwischen Algerien, Polisario und Marokko isoliert war. Nochmals 4 km südlich, mitten in der Wüste findet 3 Tage lang ein Musikfestival statt. Mit dem eigenen Auto wollen wir nicht hinfahren, es gibt unzählige Pisten und wir wissen nicht wo wir hinmüssen. Ein Quat-Quat (ich schreibe es bestimmt falsch, die Leute hier sagen kat-kat und meinen quatre-quatre also 4X4) für hin und zurück kostet 400 Dirham. Das ist ein Halsabschneiderpreis. Unschlüssig stehen wir auf der Brücke über dem Drâa. Ein Eselskarren kommt vorbei. Auf der Ladefläche sitzen mehrere Kinder, Frauen und 2 junge Männer. Die beiden Männer sprechen uns an. Wir sagen wir wollen zum Festival. Daraufhin springen die beiden Männer vom Wagen. Sie wollen uns zu Fuß hinführen. Esel, Karren und die protestierenden Frauen und Kinder lassen sie mitten auf der Brücke stehen. Mit der Stirnlampe stolpern wir nun hinter den beiden her, über Felder mit steinharten Lehmböden, über Wälle, Gräben, Sandhügel und Lehmmauern, um Palmen herum. Leichtfüßig gehen die beiden im Finstern vor uns her, quasseln dabei ununterbrochen. Wenn es kritisch wird nehmen sie mich an der Hand und führen mich. Als der Mond aufgeht löschen auch wir unsere Lampen. Wieder könnte ich vom silbernen Nachthimmel faseln. Aber dazu ist mir jetzt nicht zu Mute. Hoffentlich rauben sie uns nicht aus. Immer wieder bleibe ich stehen und behaupte wir gehen in die falsche Richtung. Sie erklären uns zum wiederholten Mal, dass wir eine Abkürzung nehmen. Wir sollten lauschen, dann könnten wir bereits die Musik hören. Zuerst hören wir noch gar nichts, doch dann wird sie immer lauter und dann sind wir plötzlich da. Ein freier Platz, drum herum Nomadenzelte, die Bühne für die Bands auf einem großen Sandhügel. Heimo bemängelt, dass hier nichts bestuhlt ist. Wir lassen uns im Sand nieder, leeren den Sand aus unseren Schuhen. Totaler Blödsinn, die Schuhe sind doch gleich wieder schwer vom Sand. Ich unterhalte mich lange mit Sybille, einer Deutschen die mit einem feschen Marokkaner verheiratet ist.

 

Es gibt hier überhaupt viele fesche Männer. Schlank und groß, sehen sie mit ihren weißen oder schwarzen shesh (Turban) toll aus. Schade, dass sie so hässliche Zähne haben. Unter den verschiedenen Volksgruppen sind auch Tuareg. Da die blaue Farbe ihrer Tücher oft abfärbt werden sie auch die blauen Männer genannt.

Zurück nehmen wir dann doch ein quat-quat.



Gerade freunden wir uns mit dem neuen GPS-Gerät an und was macht es? Es gibt ganz einfach den Geist auf. Tom, ein Informatiklehrer aus Erfurt, der gerade ein Sabbatical-Jahr macht und mit seinem VW-Bus unterwegs ist, erbarmt sich unser. Stundenlang müht er sich mit unserem Computer und dem GPS ab. Seine Geräte funktionieren wunderbar. Als auch bei uns alles im grünen Bereich scheint und er abgefahren ist: tilt. Wir versuchen alles; es lässt sich einschalten, will laden und – zack: aus ist es. Zur Strafe kommt es aufs Armaturenbrett, es soll während der Fahrt ordentlich durchgeschüttelt werden. Und tatsächlich eine Rosskur wirkt oft Wunder. Am Abend funktioniert es wieder. Hoffen wir mal, dass es auch so bleibt.

Als Heimo dies liest protestiert er. „Ich habe doch das Gerät wieder zum Funktionieren gebracht.“ Aber als es am nächsten Tag eine neue Macke hat – nach 5 Minuten zeigt es plötzlich keine Straßen mehr an, weiß Heimo diesmal nicht weiter. Typisch Amerikaner: sie werfen ein Gerät auf den Markt, das absolut nicht ausgereift ist. Die Qualitätskontrolle soll der Kunde machen. Und der ist unzufrieden wie die ellenlangen Foren beweisen.



In Agdz campen wir in der Palmeraie einer Kasbah. Die Kasbahs entsprechen unseren Burgen oder Schlössern. Sie stehen daher oft an strategischen Punkten. Diese hier wird von einer Französin geleitet, die einen Nachfahren des Caid (sozusagen ein Gouverneur, der vom König beauftragt und diesem direkt unterstellt war), geheiratet hat. Madame führt uns durch den Garten und die Kasbah und erzählt uns einiges über Datteln, Palmen, Brunnen, Agrarwirtschaft und dem Leben in der Kasbah. Diese Kasbah besteht aus ca. 70 Zimmern, ist also sehr groß und entsprechend aufwändig und kostspielig ist der Unterhalt. Die Lehmmauern müssen teilweise nach jedem Regen renoviert werden. Sie hat aber das Glück dass Bauhaus Weimar jedes Jahr mit Studenten kommt und Renovierungen kostenlos durchführt. Die Studenten erlernen die Lehmziegelbauweise und tauschen sich mit einheimischen Handwerkern aus. Ein win-win Projekt.

Um den Brunnenhof befanden sich einst die Küche, die Bäder, das Hammam und der Stadel. Die Tiere waren über den Bädern im 1. Stock. Auf unser Erstaunen erklärt Madame: es ist hier so trocken, dass nichts durchsickert und der Geruch nach oben wegzieht.

 



Geplant war mit Tom auf die einsame kleine Oase Sacrée im Süden zu fahren und ein paar Tage dort zu verbringen. Wir studieren Karten und Bücher, doch als wir Sacrée endlich finden, kommen wir wieder davon ab. Die Suche nach Orten wird oft auch dadurch erschwert, dass es verschiedene Schreibweisen oder Namen dafür gibt und man deshalb einen Ort nicht findet oder nicht weiß, ob es der ist den man sucht. In diesem Fall vermuteten wir die Oase ganz woanders. Wir hätten wieder zurückfahren müssen, außerdem wäre Tom mit seinem Auto auf der Piste nicht durchgekommen. Daher verabschieden wir uns ein zweites Mal von ihm. Er fährt nach Westen und wir in den Norden zum Hohen Atlas.

 

Die Nacht gehört den Hunden. Irgendwo setzt jede Nacht plötzlich heftiges Hundegebell ein.

Über weite Distanzen findet ein Wettkampf statt; wer wohl am lautesten Bellen kann. Auch Esel geben ab und an ihre eigenartigen Laute von sich. Ich glaube immer hier leidet jemand große Schmerzen, oder es findet gar eine Geburt statt und habe Mitleid mit dem Esele.

Um 4.30 setzt dann die Kakophonie der Muezzin ein.



In Ouarzazate suchen wir lange nach dem Laden der Alkoholika verkauft. Wir brauchen Gin für den Sundowner.

Kelaâ M’Gouna ist für Rosen berühmt. Wir suchen eine Destillerie auf und kaufen Rosenwasser. Aus 1kg frischen Blütenblättern gewinnt man 1l Rosenwasser und aus 4t frischen Rosenblättern wird 1l Rosenextrakt.



Die spektakulären Fotos aus der Dadès-Schlucht entfallen bei uns. Es ist die falsche Jahreszeit. Das grüne Tal hat im Herbst die gleiche Lehmfarbe wie die senkrecht abfallenden Felswände und der tiefblaue Himmel ist bei uns grau.

Es ist so kalt, dass wir in einem Hotel übernachten.

Heimos Geburtstagsessen findet in einem rauchigen Speisesaal statt. Es gibt keinen Wein. Inshallah! Am Nachbartisch eine Reisegruppe. Ein Wiener Ehepaar unterhält sich in schrecklichem, dafür umso lauterem Englisch mit den Tischnachbarn und verhindert so unsere Konversation. Der Esstisch ist zu niedrig, die Sitzbank zu hoch. Der offene Kamin zieht so schlecht, dass irgendwann die Augen brennen und die Kleider am nächsten Tag noch nach Rauch riechen.



Den ganzen nächsten Tag sitzen wir im Auto. Zuerst fahren wir noch das Dadès-Tal entlang. Frauen sammeln Holz und pflücken Blätter von den Feigenbäumen; Futter für die Haustiere. Schafe und Ziegen sind in Marokko im wahrsten Sinn des Wortes Haustiere. Wo es Ackerbau gibt dürfen sie nicht aufs Feld. Sie fressen zu schnell alles auf. Wir überqueren den Hohen Atlas. Bis auf 2914m kommen wir über eine schlechte Schotterstraße hinauf. Durchschnittsgeschwindigkeit höchstens 10 kmh. Junge Berberfrauen kommen uns mit ihren vollbepackten Eseln entgegen. Da weiter unten nichts mehr wächst, müssen sie so hoch hinauf um Futter für Schafe und Ziegen zu finden. Dabei reißen sie die höchstens 30cm hohen Sträucher mit den Wurzeln aus. Das geht sicherlich schneller, aber fördert die Erosion. Sie reagieren immer sehr aggressiv wenn wir ihre Esel fotografieren. Wir respektieren, dass sie nicht fotografiert werden wollen, aber die Esel? Vielleicht sind sie auch einfach nur grantig. Sie haben ja wirklich einen harten Job. Höchstwahrscheinlich sind sie schon bei Finsternis aufgebrochen, den weiten Weg herauf und dann am gleichen Tag wieder hinunter. Und das bei dieser Kälte! Es nieselt. Und morgen sicherlich wieder. Da wäre ich auch grantig. Aber noch grantiger wäre ich wenn ich hier Schäfer sein müsste. Sie verbringen einen Großteil ihres Lebens in dieser Höhe. Der Wind bläst in ihre hellen, weiten wollenen Burnusse, die Kapuze haben sie über den Kopf gezogen. Sie sind aber freundlich, sind wir doch die einzige Abwechslung die sie den ganzen Tag haben. Zum Wärmen oder Kochen zünden sie einfach einen Strauch an. Auf der Nordseite bleiben wir in einer Schneewechte stecken.

Auf dieser Strecke begegnen wir keinem einzigen Auto.

(Siehe den Bericht von Heimo).

Weiter unten, auf riesigen Hochebenen, bei einer Teepause im ersten Dorf das auf der Karte verzeichnet ist, fragen wir nach dem weiteren Weg nach Midelt: 3 1/2 Stunden, d.h. es wird eine Nachtfahrt. Es ist jetzt 15.00, aber wir müssen hier umdenken, weil es früh finster wird. Wir kommen auf eine asphaltierte Straße. Steine, Furten, Schlaglöcher verhindern dass wir schneller vorankommen. Zur Talseite bricht die Straße oft weg und wir fahren ganz nah am Berg entlang um nicht abzustürzen. Die Landschaft wird wieder grüner. Einzelne knorrige Eichen und Wacholder dazwischen hohe, meist astlose Zedern. Ich weiß von Bozen, dass auch dicke Äste unter der Last des Schnees abbrechen, daher ragen die kahlen Stämme hier wie Zahnstocher zum Himmel. Es regnet und die Straße ist immer noch äußerst schlecht. Der Garmin als Streetmap nicht zu gebrauchen, weil er sich nach wenigen Minuten verabschiedet. Nach anstrengender Fahrt kommen wir endlich um 21.00 ins Hotel.



 

Von Heimo

An alle, die ihr zurückgeblieben seid. Nein, eine Frechheit bei so viel Bildungsbürgertum.

Also, an alle Hinterbliebenen, auch nicht. Noch lebe ich und das zurzeit recht intensiv. Also ganz einfach: meine lieben, ach so fernen mir aber ganz nahen Freundinnen und Freunde.

Ganz warm ist mir ums Herz geworden ob der vielen Glückwünsche und Ratschläge. Und Wärme tut gut. Wir können sie hierorts wahrlich gut gebrauchen. Von wegen kühlem Champagner in der heißen Wüste (irgendeiner von euch hat zynisch davon geschrieben).

Es ist kalt hier: shitty cold. Gestern habe ich dem Toyota alles abverlangt was er kann: 4 x 4, low gear, 100% Diff-Sperre hinten und vorne. Und denkt euch wo? In einer Schneewechte. Zwar im hohen welttragenden Atlas in 2920m Höhe, aber genug Schnee um alle Register ziehen zu müssen. Schnee wie sich’s die Tourismusmacher Cis- und Transalpin nur wünschen können. Die Marocchini sprechen von ihrem Land als dem kalten Land im heißen Kontinent. Wie wahr! Zumindest war es bislang so. Ja, wo bin ich denn? Habe ich Grönland gebucht? Aber die frostigen Temperaturen haben auch ihr Gutes. Nächtens kommen wir uns spürbar näher. Wir verwenden alles was nur irgendwie wärmt. Ich habe von daheim einen schweren Überzieher mitgenommen (Zweireiher), wie eine Kapitänsjacke für Nordmeerfahrer. Ich habe auch einen unbenutzten Trainingsanzug mitgenommen, zwar nicht Adidas, aber das Zeug kommt ja ohnedies alles aus China. Ich wollte mit dem Zeug hier Geschäfte machen, in Teppiche eintauschen, aber daran ist momentan nicht zu denken. Soll ich mich in einen Teppich, so das Geschäft klappt, wärmend einwickeln? Meine Gedanken beschäftigen mich momentan mehr mit technischen Dingen. Vielleicht kann ich den nichtsnutzigen Kühlschrank in ein Heizgerät umbauen. Müsste doch gehen. Linde-Prinzip oder so?! Und wenn ich denke wir zahlen daheim Heizkosten; welche Ironie eines grausamen Schicksals!

Dankbar bin ich also für weitere warme Gedanken von euch.

Frostig euer Heimo

 



Berberäffin bei Azrou

 

Bei Midelt wollten wir noch gerne eine Nacht länger bleiben. Der Hotelier sagt stolz, dass er die nächsten zwei Monate ausgebucht sei. Ich wundere mich, denn bis jetzt waren wir überall entweder ganz alleine oder nur vereinzelt ein paar Gäste mit uns. Seit dem Anschlag im Frühling in Marakesh ist der Tourismus in Marokko zusammen gebrochen. Erst seit Oktober arbeiten sie auf dem Tourismussektor wieder ein bisschen Der Mann erklärt uns es käme eine Gruppe Chinesen. Welche Geschäfte tätigen die hier schon wieder!

 



ein Prachtkerl von Atlaszeder

 

Bei Azrou fahren wir in einen Zedernwald und bewundern diese mächtigen Riesen. Rhododendren wachsen darunter und dort wo Touristen sich in dem Stamm eines Exemplars verewigen, der einen Umfang von 10m misst, tummeln sich Makaken-Affen. Das sind die gleichen Berberaffen wie es sie auch in Gibraltar gibt.

 

Unser Hotel ist ein schönes Jugendstilhaus: die Eingangstüren, die Lampen, der Stiegenaufgang, Stühle, ja sogar Fauteuils und Tische sind stilgerecht aber sonst ist es eher mies. Wir bleiben zwei Nächte. Eine Nacht hat es durchgeregnet und fast bis in die Stadt herunter geschneit. Jetzt hätten wir den hohen Atlas sicher nicht mehr überqueren können.  

 



In Fès, der ältesten der vier Königstädte, ist es deutlich wärmer, wir streunen durch die Medina, durch enge Gassen mit winzigen Läden, besichtigen eine alte, reich verzierte Koranschule, die Färber, Gerber, Silberschmiede und Pantoffelhersteller.

 

Die Rückfahrt zum Camping Diamand Vert wird mit dem Garmin schwierig, aber zum Glück haben wir den eigenen Orientierungssinn. Dieser Camping befindet sich mitten in einer äußerst gepflegten Anlage mit Spaßbad und verschiedenen Pools für Frauen, Familien und ich weiß nicht wen.



Am nächsten Tag über Meknès zur antiken Römerstadt Volubilis. Eine Regenfront folgt auf die andere, daher macht sich Heimo mit Regenschirm und Führer auf den Weg über die alten Steinehaufen. Wie immer beeindrucken ihn diese antiken Stätten der Römer. Ca. 50v.Chr. erhielt Volubilis von Kaiser Caracalla das Stadtrecht. Als Dank bauten ihm die Bewohner einen Triumphbogen der heute noch steht. Ca. 2500km weiter nördlich ließ Caracalla die Thermen in Baden Baden errichten. Wie immer ist Heimo schwer beeindruckt „von der Größe, der Dauer, dem modernen Staatswesen, den technischen Errungenschaften dieses Reiches. Heute werden die Häuser aus gestampftem Lehm gebaut. Das Staatswesen kommt nur mühsam auf die Beine...“ Bis zum Erdbeben von Lissabon 1755 war diese Stadt bewohnt. Ich bleibe im Auto, seit Midelt bin ich krank.



Drei Tage bleiben wir in Volubilis. Wir lachen über uns. Wir, die wir so große Reisepläne haben sind doch die allergrößten „Schlatterer“ (für Nicht-Südtiroler schwer zu übersetzen). Kaum ein bisschen in der Fremde, schon sind wir krank. Heimo hat mit dem Magen Probleme, sein rechter Arm schmerzt wieder, dass er ihn kaum heben kann und ich liege überhaupt darnieder. Waren es die extremen Temperaturschwankungen? Die Sonne hat hier doch sehr viel Kraft und nachts wird es saukalt. Oder habe ich mir beim vielen Händedrücken was eingefangen? Sobald wir irgendwo anhalten und nach dem Weg fragen, sind wir sofort von mindestens 2-10 Männern umzingelt. Bevor sie etwas sagen strecken sie alle die Hände beim Fenster rein und ziehen sie erst wieder zurück wenn wir beide sie auch wirklich geschüttelt haben. Am liebsten studieren sie unsere Karten, finden aber ihre eigene Ortschaft nicht. Wen wundert es, hat doch schon so mancher sie verkehrt herum gehalten. Fast alle lieben es mit uns zu plaudern: „ich Deutschland arbeite Stuttgart Mercedes, Deutschland gut“ oder „managgia, 7 anni Italia, managgia, sempre due mesi, managgia“. Es gibt Dörfer wo sie auf gleiche Weise Spanisch radebrechen, aber am häufigsten natürlich auf Französisch.

Hier am Campingplatz gibt sich der Pächter sehr um meinen gesundheitlichen Zustand besorgt. Mehrmals legt er mir die Hand auf die Stirn um zu prüfen ob ich Fieber habe, oder er nimmt mein Gesicht in seine beiden Hände, wie man es bei kleinen Kindern macht. Er bereitet uns Tee zu und kontrolliert ob ich sein Zitronen-Olivenöl-Honig-Gemisch auch wirklich brav austrinke.

 

 

 



Kashbah des Oudaias

Rabat

Wegen der Visa müssen wir zur Mauretanischen Botschaft. Ich habe die Koordinaten, aber das GPS zeigt wieder einmal keine Straßen an. Trotzdem finden wir mit dem Luftliniepfeil schnell hin. Ein Parkwächter weist uns ein. Visumanträge können nur morgens um 9.00 gestellt werden. Wenn wir uns beeilten könnte er uns für umgerechnet 20.-€ helfen. Ich eile zur nächsten Bank während Heimo je 2 Fotos und Passkopien zusammenstellt. Wir füllen die Anträge aus, doch als es ums Bezahlen ging waren es dann zu den 340 Dirham pro Visum dann plötzlich nicht mehr 20.-€ sondern 52.-€ plus ein Trinkgeld für den Parkwächter. Habe ich ihn falsch verstanden? Oder ist es wieder einmal die typisch afrikanische Methode? Heimo meint zwar wir sollten trotzdem den Deal machen, noch dazu wo morgen Freitag ist und wir dann womöglich bis Montag in Rabat verbringen müssen. Ich bin dagegen. Es geht mir ums Prinzip. Immer und überall versucht man in Afrika uns Weiße das Geld aus der Tasche zu ziehen. Und darin sind sie echt gut. Ich habe mir vorgenommen nicht immer die Blöde sein zu wollen. Es ist ja klar: geht man auf ihre Machenschaften ein, verlangen sie das nächste Mal noch mehr und wer nicht schmiert, der wartet dann eben tagelang. So wie wir schlussendlich. Am nächsten Morgen war Heimo pünktlich um 9.00 dort. Gibt alles Nötige ab. Im Laufe des Vormittags wird er ein zweites Mal vorstellig. Nächsten Montag und Dienstag hat die Botschaft aus unerklärlichen Gründen geschlossen. Vielleicht ließe es sich einrichten, dass wir vielleicht doch heute um 15.00 schon die Pässe bekämen, was koste es…? Heute ist der Beamte aber unbestechlich. Und tatsächlich als Heimo um 15.00 zum dritten Mal bei der Botschaft vorbeischaut, gibt es keine Pässe. Viele, darunter hauptsächlich Senegalesen auf der Durchreise beschweren sich, sie könnten doch nicht 4 Tage hier ohne Pass herumlungern. Das hätten sie sich früher überlegen sollen, keiner hätte ihnen gesagt, dass sie an diesem Freitag ihr Visum beantragen sollen. Um 15.15 ist der Schalter wieder geschlossen. Und macht auch nicht wieder auf als Schweden daher kommen, die ihren Antrag schon einen Tag vorher gestellt hatten und deren Visum tatsächlich zum Abholen bereit lag. Pech gehabt! Sie müssen nun eben auch bis Dienstag warten. So springt eines der ärmsten Länder der Welt, das noch dazu kaum eine andere Einnahmequelle hat, mit den wenigen Touristen um. Aber Touristen machen Arbeit. Mit dem IWF, staatlichen, nichtstaatlichen oder privaten Hilfen fließt das Geld gleich in die richtigen Kanäle. Man möchte meinen es geht mir gesundheitlich wieder besser, weil ich schon wieder Gift versprühe. Tatsächlich bin ich aber froh ein paar Tage warten zu müssen und mich zu erholen.

 



 

Im Helnan International Hotel, das zu einer dänischen Hotelkette gehört wollen die beiden Rezeptionistinnen eine Heiratsurkunde sehen bevor man uns ein Doppelzimmer gibt. In unserem Fall wird die Beweislage noch dadurch erschwert, da ich als Italienerin im Pass nicht Lindpointner stehen habe, sondern Eisendle. Nach langen Überredungskünsten und einer telefonischen Rücksprache beim Chef bekommen wir dann das Zimmer. Es ehrt uns natürlich, dass man uns in unserem Alter noch ein „dirty weekend“ unterstellen will.

In der Lobby große Aufregung: dicke schwarze Mamas in ihren bunten traditionellen Kleidern thronen auf den Sofas, neben ihnen Berge von Koffer.



Le Ziryab

Ja, ich weiß, viele mögen die marokkanische Küche. Uns hängt sie schon zum Hals heraus: Harira (die Bohnensuppe mit verkochten Nudeln), das ewige Hühner-Oliven-Tajine, Rind-oder Truthahn-Cous Cous, Brochettes (Spießchen), Kefta (Hackfleisch), immer das Gleiche. Hier in Rabat essen wir aber gleich zwei Mal gut. Das erste Mal irren wir durch enge Gassen in der Medina. Wir stehen vor einem verschlossenen Tor. Sieht nach „zu“ aus. Wir läuten. Nichts rührt sich. Als wir schon wieder gehen wollen kommen zwei Franzosen. „Ach das dauert ein bisschen, aber es ist offen“ versichern sie uns. Sie haben einen Tisch reserviert. Endlich geht die Tür auf und wir betreten ein Riad wie aus 1001 Nacht. Im Säulenhof spielt ein Mann auf der Oud und singt dazu. Man führt uns in eine Sitzecke, Bhou genannt, mit großem niederem Tisch und Bänken mit vielen Kissen drumherum. Wir bekommen nur die Weinkarte. Das Menü steht fest. Als Vorspeise, sie nennen sie marokkanische Salate, gibt es verschiedene Gemüse zu frittierten Teigtaschen mit unterschiedlichen Füllungen. Köstlich! Eigentlich sind wir schon satt als zwei raffinierte Tajines mit Huhn und Mandeln und Rindfleisch mit gerösteten Mandeln, karamellisierten Aprikosen und Pflaumen aufgetragen werden. Wir kosten ein wenig: köstlich. Dann kommt Cous Cous. Wir wollen schon gar nicht mehr, fühlen uns wie Max und Moritz nachdem sie die Witwe Bolte beklaut haben. Den Silberteller mit den Cornes des Gazelles können wir nur noch bewundern. Der trockene Rosé aus Meknès bringt auch keine Erleichterung. Da hilft nur noch zu Fuß ins Hotel zurück gehen und hoffen, dass wir uns anschließend wieder leichter fühlen. So eine Völlerei ist nicht unser Fall. Schade, wir hätten uns doggybags mitgeben lassen sollen. In der Wüste werden wir noch davon träumen.

 

Am nächsten Tag essen wir im Café Weimar im Goetheinstitut: pavé autrichien mit Bratkartoffel. „Das ist das beste Essen bis jetzt hier in Marokko“, sagt Heimo stolz. Was so ein Wort alles ausmacht und warum das Gericht den Beinamen autrichien hatte weiß sicherlich nichteinmal Goethe.



Schlangenbeschwörer auf der Jemaa el-Fna

Marrakech die Königin der Königsstädte. „It is the most lovely spot in the whole world“, erklärte Churchill 1943 dem amerikanischen Präsidenten Roosevelt.

Es findet gerade das Festival International du Film de Marrakech statt. Auf der Jemaa el-Fna wurde fürs Freiluftkino eine riesige Leinwand aufgebaut. Wir haben im Zentrum gleich hinter der Koutoubia-Moschee geparkt und schlendern über „La Place“, wie der große Platz allgemein genannt wird. Schlangenbeschwörer spielen wie wild auf ihren Instrumenten, Wasserverkäufer in ihren bunten Kostümen und Fransenhüten lassen sich ablichten, das bringt mehr Geld und ist weniger anstrengend als Wasser zu verkaufen, Gaukler überschlagen sich vor den Cafés, Frauen zeichnen Hennamuster auf sommersprossige Hände von nordischen Touristinnen, andere zerren Affen in schmutzigen Röcken und Blusen an der Leine, auch sie wollen für ein Foto abkassieren. Man beschimpft mich als juive, Jüdin weil ich für das Foto mit den armen Kobras nicht bereit bin zu bezahlen. Pferdekutschen, hunderte von Essens- und Fruchtsäftestände, Motorradfahrer, Papiertaschentuchverkäufer, Astrologen, Heiler, Geschichtenerzähler, Motorradfahrer und natürlich Touristen en masse. Wir genießen es in eines der Terrassencafés zu gehen und unter Touristen zu sein. Wir haben es satt, auf schmutzigen kleinen Tischen unseren Tee oder Kaffee zu schlürfen umgeben von ausschließlich finsteren Männern. Wir beobachten das Treiben auf dem Platz unter uns, im Süden die Kulisse der weißen Berge des Hohen Atlas. Nur das Café Argan wo im April die Bombe explodierte und 17 Menschen den Tod fanden ist noch immer geschlossen.



Babouches (Pantoffel)

Dann tauchen wir in die engen Gassen (derb) der Medina ein. Immer verwinkelter und finsterer wird es. „Hier wohne ich dir nicht“, erklärt Heimo kategorisch. Eine schwarze niedere Tür. Wir klopfen mit dem Türklopfer. Und drinnen eine andere Welt. Riad Karmela gehört einem schwulen (behaupte ich mal) Franzosen. Es gibt viele Riads die hauptsächlich von Ausländern mit großem Aufwand und viel Liebe zu B&Bs umgebaut wurden. In diesem Fall sind es gleich drei Häuser, daher auch drei Innenhöfe mit Springbrunnen, Obstbäumen, stuckbesetzten Bogengängen, alten geschnitzten Holztüren, Bodenmosaiken, Tadelaktwänden, schmiedeeisernen Gittern vor den Fenstern, bemalte Zedernholzdecken. Dicke Lehmziegelmauern schirmen den Lärm von draußen ab. Wir bekommen eine Suite mit gleich zwei eigenen Terrassen. www.riadkarmela.com

(Siehe auch den Beitrag unter Kurioses)





Ich habe immer geglaubt die Deutschen sind die Wohnwagenfahrer-Nation. In Marokko werde ich eines besseren belehrt. Die Deutschen und Italiener sind eher bescheiden was Anzahl und Größe der Wohnwagen anlangt. Die wahren Gigantomanen, man glaubt es nicht, sind die Iren, gefolgt von den Finnen und den Franzosen. Ihre Wohnwägen sind lange Reisebusse, die, wenn sie geparkt sind nach allen Seiten „gestretcht“ werden können. Zelte für Küche, Toilette oder Dusche werden dann meist noch außerhalb aufgebaut. "Tutto il mondo è paese", die meisten Campingleute laufen braungebrannt und dickbäuchig herum, lieber aber fahren sie mit einer Vespa oder dem Quad und haben einen Hund. Im Camping Atlantica nördlich von Agadir sind wir zum ersten Mal in so einem typischen Camping-Milieu. Wir schwören, morgen gleich nach dem Frühstück aufzubrechen. In der Nacht hören wir die Wellen an den Strand donnern und in der Früh sitzen wir mit frischem Baguette gemütlich beim Frühstück vor unserem Auto, der Fischhändler kommt vorbei mit dem „Catch of the night“, dann der Erdbeerenverkäufer…dann beobachten wir vom Café am Strand aus die Wellenreiter und schon beschließen wir eine Nacht länger zu bleiben.



Legzira Plage ist eine kleine Bucht mit feinstem Sand und einem riesigen Felsbogen.

Südlich von Agadir befindet sich der Sous- Massa-Nationalpark, eine wilde Landschaft aus Felsen, Sanddünen und Küstensteppe; Brutstätte für viele Vögel wie Fischadler, Flamingos und Waldrappen, eine Ibisart die die alten Ägypter verehrten.

Wir fahren vom Süden, vom kleinen Dorf Sidi R’bat in den Nationalpark hinein, immer am Meer entlang. Dann wenden wir uns wieder nach Süden, von Agou Plage bis Sidi Ifni, immer am Meer entlang: einsame Buchten, zerklüftete Hügel und wunderbare Aussichten auf den Atlantik. Hier treffen wir nur ein paar Aussteiger und Backpacker.



In Abeino gibt es heiße Quellen. Aber Männlein und Weiblein sind untertags streng getrennt, das Bad ist leider nicht im Freien wie ich gehofft hatte und die gelbe Brühe mit dem schwefeligen Geruch wirkt auf mich nicht sehr einladend. Wir fahren weiter eine Piste entlang in ein wildes Tal hinein. Hier gibt es nur ein paar dornige Büsche, niedere Argansträucher die mehr Dornen als Blätter haben, ein paar Kamele. That’s it. Es ist total still. Keine Zivilisationsgeräusche. In der Nacht hören wir ein heißeres Bellen, wir tippen auf Hyänen und in der Früh wecken uns die Vögel im Busch neben uns. Es ist jetzt auch in der Nacht schon merklich wärmer.



verlossn, verlossn, wia a stoan auf dr stroßn...

Südlich von Guelmim beginnt die Sahara. Nichts als Einöde und flache Steinwüste, Hammada genannt. In Tan-Tan müssen wir 70.-€ Strafe zahlen, weil wir an einer Verkehrsinsel, wo überhaupt nichts los ist ein Stoppschild übersehen haben. Dort werden alle abkassiert. Ich habe sogar darüber gelesen, doch ganz vergessen dass es hier ist.

Wir sind in der Westsahara. Der Liter Diesel kostet hier 0,45-0,50€. Aus dem Radio tönt spanische Musik, vielleicht aus den nahen Kanarischen Inseln. Der Himmel über uns ist blendend weiß, später gelblich, sandfarben, glitzernd. Die kerzengerade Straße führt durch eine malerische Landschaft: rechts die unberührte Atlantikküste, Fischer stehen mit ihren langen Angelruten vor der windigen Steilküste, links weite Ebenen, dann wieder Sanddünen die die Asphaltstraße unter sich begraben. Manchmal überqueren wir Oueds, im brackischen Wasser Flamingos und Möwen. Tarfaya (Cap Jubi) war eines der Stationen die Antoine de Saint-Exupéry als Kurier von Frankreich nach Saint-Louis im Senegal anflog. Später wurde er hier Standortvorsteher und erfand die Geschichte vom Kleinen Prinzen.

 

"It is a little lonely in the desert."

"It is also lonely among men", the snake said.

            Antoine de Saint-Exupéry, Le Petit Prince



 

Bei Dawra biegen wir von der Straße ab in eine Piste nach Westen zum Camping Beduin. Über einen Oued, geschützt von einer Düne, ein paar weiße Zelte. Menschenleer, nur ein Kamel ist hier. Wir bauen unser Dachzelt auf und die Campingausrüstung und trinken unseren Sundowner. Später kommt ein Auto beladen mit einem großen Wassertank. Aus dem Brunnen kommt nämlich nur salziges Wasser. Das erklärt auch warum im Oued keine Pflanzen wachsen.



der Leuchtturm von Dakhla

Auf der Weiterfahrt, 600km bis Dakhla, kommt dann der Teil der Westsahara von dem im Lonely Planet steht: öde, trocken, einsam. Erdrückendes Nichts. Der Himmel ist grau vom Saharastaub, es ist windig. Zwischen Dünen und Geröll ein paar Kamele und Ziegen die das spärliche Grün dürrer Sträucher abknabbern. Nur vereinzelt sieht man vermummte Menschen gehen, und noch seltener Meharisten, und wundert sich nach dem von wo und wohin. Nirgendwo sind Siedlungen oder auch nur einzelne Hütten zu sehen. Ich habe das Gefühl hier passiert nichts, die Zeit steht still. Wie in der Politik. Seit Jahrzehnten herrscht Pattstellung: Marokko beansprucht das Gebiet für sich, die maurischen Saharaouis mit den Polisario, den bärtigen Kämpfern in Sandalen und grünscheckigem Räuberzivil (FAZ vom 5.6.2011) wollen die Unabhängigkeit. In der Nähe der Zivilisation ist die Wüste bunter, Afrikas Nationalblumen: schwarze, weiße, blaue und grüne Plastiksäcke und –flaschen haben sich in den dornigen niederen Sträuchern wie zu einem Mosaik verfangen. Die wenigen Ansiedlungen sind langweilige Verwaltungszentren, überall Militär, an den Straßenkontrollen missmutige Polizisten.

Dakhla befindet sich am Ende einer 45km langen Lagune. Hier überwintern viele Europäer in ihren Wohnwägen, Ehepaare im Pensionsalter mit Schoßhündchen, vorzugsweise Yorkshire-Terrier. Um windgeschützt zu sein parken sie hinter einem Hügel oder an eine hässliche Mauer gepresst. Stupor mundi, wir können uns nur wundern und denken an Andreas Altmann, der in seinem Buch, Weit weg vom Rest der Welt, schreibt: Man darf sterben, ohne Dakhla gesehen zu haben…

Schrecklich auch die riesigen abgesteckten Gelände mit "so-da"-Elektrokästen und -Straßenlaternen. Da hat wohl irgendein Minister oder Stadtrat einem Freund ein lukratives Geschäft ermöglicht.  Hier sollten wohl Wohnsiedlungen entstehen, jetzt stehen sie mitten in der Landschaft einfach so-da und rosten vor sich hin.

es ist windig in Dakhla, die Möwen stellen sich gegen den Wind

Am nächsten Tag entdecken wir ein attraktiveres Dakhla. In einer windgeschützten Pergola des Café Samarkand unterhalten wir uns mit einem jungen Marokkaner aus Agadir. Er arbeitet für eine Japanische Firma, die hier Fisch einkauft, natürlich nur die beste Qualität. 2. und 3. Qualität geht nach Europa, die Abfälle nach China. Er hat Sehnsucht nach seiner Familie, nach Agadir, erzählt uns Mauretanien sei sch…, Senegal und Dakar hingegen super. In der Casa Luis, einem spanischen Restaurant (Dakhla ist 1844 von den Spaniern gegründet worden) essen wir ausgezeichneten Oktopussalat. Heimo versteckt die Wein- und Ginflaschen im Auto, denn in der Republique Islamique de la Mauretanie sind alkoholische Getränke strengstens verboten. An der Grenze werden die Autos speziell auf Alkohol durchsucht. Er braucht den Kick des Schmuggelns, wurde ihm doch in der EU dieses Vergnügen durch Schengen vermasselt.

Dann fahren wir die Lagune an der wilden Atlantikküste entlang. Die Felsen fallen kerzengerade ab. Da es keine Straße gibt sind wir mit Tausenden von Möwen alleine, die sich alle gegen den Wind stellen. Wären sie nur ein klein wenig mehr nach Osten gerichtet würden wir sie für echte Moslems halten.

In Dakhla endet unser Lonely Planet Führer von Marokko, doch es sind noch 400 km bis zur Mauretanischen Grenze. Wir passieren den Wendekreis des Krebses. Die Wüste ist hier wieder abwechslungsreicher, die Straße gut, kein Verkehr, und kaum besiedelt. Nur ab und an Kamelherden.



7 Wochen waren wir in Marokko und haben Vieles nur gestreift oder gar nicht gesehen.

Es ist ein tolles Land, denn es hat alles: Geschichte, Kultur, schönes Handwerk, Berge, Meer, Wüste, schöne Städte, Golfplätze, eine gute Infrastruktur aber auch viele Pisten für Motorrad- oder 4 x 4-Freaks. Der junge König treibt das Land unglaublich voran. Die Menschen waren fast ausschließlich sehr freundlich. Kurz: ein Land für die „Würdegernhinreisen-Liste“ wie Ille es nennt. Um durch das Land zu fahren braucht man keinen 4 X 4. Da wo wir waren kommt man auch mit einem normalen PKW hin. Und Fähren gehen von Genua, von verschiedenen Städten Frankreichs oder Spaniens aus. Eine andere Möglichkeit ist nach Marokko zu fliegen und ein Auto hier mieten.

 

Zu empfehlen ist der Marokko-Reiseführer von Edith Kohlbach und für all jene die off-road unterwegs sind oder Pisten fahren möchten: Pistes du Maroc. Guide 4 x 4 von J. Gandini. Wir hatten leider beides nicht dabei.

 

Gelesen haben wir:

Paul Bowles, Himmel über der Wüste, das Buch das von Bertolucci verfilmt wurde.

Tahar Ben Jelloun, der letzte Freund und Verlassen

und zum wiederholten Mal Elias Canetti, Die Stimmen von Marrakesch.



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