Kenia im Oktober und November

Nach einem kurzen umso intensiveren Aufenthalt in Äthiopien sind wir nun wieder in Kenia eingereist. Wieder mit einem Touristenvisum, also ohne Asylantrag. Aber genaugenommen sind wir Flüchtlinge. Flüchtlinge vor den bürgerkriegsähnlichen Unruhen dort. Schade, dass unsere letzte Reise mit unserem Auto in Afrika von unerfreulichen Situationen überschattet wird. Wir sind nicht mehr so unbeschwert unterwegs wie früher. Aber vielleicht fällt uns  so der Abschied leichter.

Samburu Frau

Die 500km im Norden von Kenia von Moyale über Marsabit nach Isiolo galt bis vor kurzem als der schlimmste Abschnitt auf der Strecke von Kairo nach Kapstadt. Immer wieder kam es auf der ausgefahrenen und sehr schlechten Piste zu Banditenüberfällen mit Toten. Und nach Regenfällen war sie selbst für LKWs unpassierbar. Daher fuhr man in Konvois. Mittlerweile ist sie frisch geteert und etliche Polizeiposten vermitteln ein Gefühl der Sicherheit.

Archers Post: Umoja Village

Malindi, ca. 120km nördlich von Mombasa und direkt am Meer gelegen, liegt fest in italienischer Touristenhand. Kaum haben wir den Tsavo Nationalpark verlassen schreien die Kinder, wenn wir an ihnen vorbeifahren, nicht mehr wie im restlichen Kenia: 'Muzungu' und 'money' sondern 'Ciao' und 'acqua'.

a mock charge

Als ich Eddi das erste Mal sehe, denke ich sofort an: The old man and the sea. Er ist Spanier, hat aber Spanien niemals betreten. Seine junge Frau, Salima ist Inderin, hat aber Indien .....

Sie führen das Barefoot Camp 25km nördlich von Malindi und haben zwei entzückende Mädchen, die, man glaubt es nicht, eine exklusive Türkische Schule besuchen. Vom Kindergarten bis zum Gymnasium, mit Swimming Pool und allem Drum und Dran. Drei solcher Schulen gibt es in Kenia und sie sind natürlich islamisch ausgerichtet.

6.30 morgens

Eddi ist Koch und er verwöhnt uns täglich mit ausgezeichnetem Fisch, aber auch verschiedenen Curries. Der Strand ist viele Kilometer lang und nur einmal begegnen wir anderen Touristen - einem englischen Ehepaar in unserem Alter. Er beklagt sich, dass es so langweilig hier ist, nichts los. Auf Heimos Frage: "Tell me, did you vote for the Brexit?" zögert der ehemalige Berufssoldat kurz bevor er antwortet: "Well, I think we'll do very well without the European Community and I'm sure other countries will follow us soon." Er lädt uns zu sich ins Hotel ein. "Anytime. I've got Whiskey and many other drinks." Als wir ihn am übernächsten Abend zum Sundowner mit eisgekühltem Gin und Schweppes Tonic besuchen wollen, teilt man uns mit er sei bereits abgereist.

Ein paar Flamingos, die sofort in Formation davonfliegen sobald wir uns ihnen nähern, Möwen, Strandläufer und Fischer, die mühevoll ein großes Netz an Land ziehen, das sie am Abend zuvor außerhalb des Riffs ausgelegt haben. Sonst nichts. Große Dhaus dienen noch immer als Handelsschiffe und segeln, beladen mit den Gewürzen aus Sansibar  um diese Jahreszeit, geschoben vom Kuzi, dem Südostpassat über Tanga, Mombasa, Malindi, auf die Insel Lamu und schließlich Richtung arabische Halbinsel, um sich zu einer anderen Jahreszeit von dort, diesmal vom Kaskazi und Matalay wieder Richtung Süden schieben zu lassen. Die Tage tröpfeln langsam dahin.

Ich habe eine neue Spezies entdeckt und taufe sie Molluscum Lindpointneri

Das Angebot von Meraner Freunden uns ihnen anzuschließen ist mehr als verlockend. Sie starten im November mit ihrem Landcruiser von Tansania und bringen ebenfalls ihr Auto wieder nach Hause. Aber wir haben uns entschieden: unsere Reise endet in Mombasa. ; (

Hartnäckigkeit hat seinen Reiz aber manchmal kann sie auch Torheit bedeuten.

In Watamu möchten wir unseren Hochzeitstag (der 39.!!) mit einer Sundowner-Fahrt auf einem Dhau feiern. Das Schiff fährt aber nicht, weil wir die einzigen Gäste sind.

Ein weiterer Stopp ist Tiwi Beach. Die Twiga Lodge mit Kokospalmen, weißem Strand und Karibik-türkisfarbenem Meer war einst so berühmt, dass sie sogar auf unserer Karte eingezeichnet ist. Hier trafen sich Overlander und verweilten Wochen. Wieder einmal sind wir die einzigen Gäste.

Schließlich landen wir in Diani Beach. Südtiroler Freunde haben uns ihr Haus zur Verfügung gestellt. It's paradise!

Es ist am Fluss Congo (so nennen ihn die Einheimischen) gelegen, kurz bevor er ins Meer mündet. Mit dem Kanu paddeln wir am Spätnachmittag der untergehenden Sonne entgegen.

Bushbaby, auf deutsch Galagos sind eine Primatenfamilie aus der Gruppe der Feuchtnasenaffen

Wir lernen Elisabeth kennen, eine Boznerin, die seit 18 Jahren in Diani ein Reisebüro betreibt. Sie zeigt uns alle schönen Plätze in der Umgebung: Chale Island, Kutazama usw.

Bushwalk mit Gerry in den Shimbahills zum Wasserfall

In Mombasa haben wir uns mit einer Agentur geeinigt: unser Auto kommt am 16. November in den Container, und wird gegen 20. verschifft. Unseren Rückflug nach München haben wir für 18. gebucht.