ALGERIEN

Im Flugzeug von Frankfurt nach Algier sind wir die einzigen Touristen unter vielen Algeriern und zwei jungen Deutschen, die überhaupt nicht begeistert sind, dass sie von ihrer Firma für 2 Wochen hierhergeschickt wurden, um irgendeine Arbeit zu verrichten.

Algerien ist kein Reiseland. Seit 1991 nicht mehr. Da begann der Bürgerkrieg. 2003 gab es die Geiselnahme von 32 europäischen Reisenden. (Entführt in der Wüste – ZDFmediathek) Und 2013 kamen bei einem Sturm auf ein Gasfeld 55 Menschen ums Leben als die algerische Armee die Geiselnahme durch Islamisten während des mehrtägigen Militäreinsatzes beendete.

Jetzt rufen uns Passanten immer wieder ein ‚bienvenue‘, oder ‚soyez les bienvenus‘ entgegen und der Taxifahrer macht schnell und heimlich mit seinem Handy ein Foto von uns. Höchstwahrscheinlich zeigt er abends stolz seiner Familie wen er heute transportiert hat.

Algerien ist das größte Land Afrikas und das zehntgrößte der Welt. Dank der vielen Bodenschätze und des Erdöls ist es kein armes Land. Überall wird gebaut.

Wir wechseln nicht in der Bank, sondern schwarz im Restaurant. Das ist nicht verboten.

Für 1 € bekommen wir 200 Dinar.

 

Kurz regnet es. Laut Wetterprognose werde ich die nächsten Tage Sonnenhut und Badeanzug im Koffer lassen.

Algier gefällt uns auf Anhieb. 4-7Mio Einwohner (die Informationen sind sehr unterschiedlich). Am Meer gelegen, umfasst das Stadtgebiet in einem 30 km langen Bogen eine Bucht. Die Hänge der Tell-Ausläufer reichen bis ans Meer. Die Weiße oder die Strahlende wird die Stadt oft genannt.

Notre Dame d’Afrique

Die Kasbah ist das alte berberisch-arabische Viertel

Immer wieder kommen wir mit Einheimischen ins Gespräch. Der Maitre Tailleur zeigt uns stolz seine Stoffe und die Visitenkarten aller wichtigen Leute für die er geschneidert hat,

der Jurist erzählt von den Immobilien-Skandalen und zeigt uns vom Dach eines alten Hauses aus die ehemalige Kirche, die jetzt christliche Moschee heißt oder die ehemalige Synagoge die zur jüdischen Moschee wurde.

Der Holzschnitzer posiert liebend gerne fürs Foto, der Jurist meint dazu: „Wie die meisten Künstler ist er sehr selbstverliebt.“

Der Einfluss der Franzosen aus der Kolonialzeit ist allgegenwärtig: in der Sprache, der Architektur, dem Bürokratismus, den Baguettes .... Trotzdem sind die Franzosen nicht beliebt. Wenn wir sagen wir sind Deutsche, dann wird anerkennend genickt.

Schwarze sieht man kaum in Algerien.

Außerhalb des Zentrums sehen wir auf den Straßen und im Restaurant kaum Frauen.

Dracena-Allee im Stadtpark

Freiheitsdenkmal

„Sie sollten nach Tamanrasset fahren,“ sagt ein älterer Herr zu mir. „Ist das nicht gefährlich für uns Touristen?“ „So ein Quatsch, überhaupt nicht.“

Wir kommen erst gar nicht in Versuchung, da die Zeit nicht ausreicht. Die N1, die Transsaharastraße ist mittlerweile zur Gänze asphaltiert und damit nicht mehr die große Herausforderung wie einst, trotzdem würde es uns schon reizen die Sahara zu durchqueren.

Monsieur Albert fährt uns die Tage mit seinem Citroen Jumper, einem 9-Sitzer herum.

Der Norden ist sehr grün und fruchtbar

Im Fischrestaurant

In Tipaza legten zuerst Phönizier, dann Karthager einen Hafenort an.

Als die Römer kamen war Tipaza eines der wichtigsten kulturellen Zentren Afrikas.

Mausolée Royal Mauretanien, Kbor er-Roumia, ein Königsgrab

In der Hotellobby stehen 6 junge sportliche Österreicher. Wir erkennen sie als solche an der Sprache. Wie sich herausstellt sind sie Polizisten aus Kärnten. Sie haben Asylanten begleitet, die freiwillig in ihre Heimat zurückkehren. Wir fragen wieviele das waren. „Sie (Algerien) nehmen immer nur 2“, kommt die Antwort. Man stelle sich den Aufwand vor, der betrieben wird um 2 Asylanten loszuwerden.

Südlich von Blida, im Tell-Atlas gibt es Zedernwälder. Hier wird im Winter Skigefahren.

in der Chiffa-Schlucht leben Berberaffen

Anders als in Marokko gibt es in Algerien kaum schönes Kunsthandwerk

Klaus verdanken wir diese Reise. Er arbeitet immer wieder für die EU in Algerien.

 

Weder beim Hin- und Rückflug noch im Land selber haben wir andere Touristen getroffen.