Puro, Chile, es tu cielo azulado,
Puras brisas te cruzan también,


'Rein, mein Chile, ist dein blaues Firmament,

rein auch die Winde die dich durchwehen'.

 

So beginnt die Natioanlhymne. Sie verschweigt aber, dass die Winde am Pazifik eiskalt und fortwährend blasen.

 

Konstantin und Do haben in Puerto Varas am Lago Llanquihue eine kleine gemütliche Wohnung mit Blick auf den Volcano Osorno gemietet. Ein Vulkan, der aussieht wie der Fuji.

 

 

 

Eine Nacht wollten wir bleiben. Aber die nächsten 2 Tage regnet es und wir bleiben länger.

Puerto Varas ist eine Kleinstadt. Die Häuser sind aus Holz und klein und erinnern an Skandinavien.

 Auf der Fähre zur Isla Chiloe. Nach Feuerland die 2.größte Insel Südamerikas.

Am Pazifik eine Bucht auf der Peninsula Lacuy

El Gaucho

In Quetalmahue essen wir Curanto, das typische Gericht der Insel. Ursprünglich wurden auf erhitzten Steinen in einem Erdloch Meeresfrüchte, Würste, Schweine-, und Rindfleisch, Geflügel und Kartoffeln 2 Stunden lang gegart und mit den riesigen Nuascablättern zugedeckt. Heutzutage wird das Gericht in der Küche im Topf zubereitet und erinnert mich ein wenig an die Schlachtplatte bei uns.

 

Murales in Castro, der Hauptstadt der Insel

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Tour de Chiloe

das Alpaca wurde erst geschoren. Das lieben die Tiere gar nicht.

 Viele Häuser sind shabby.

Wir würden gerne was kaufen, sehen aber nur Kitsch. El kitsch, el berlin (Faschingskrapfen), la vienesa (Frankfurter Würstchen), el strudel und el kuchen sind Wörter die die Chilenen von den deutschen Einwanderern übernommen haben.

 

Ab dem 16.Jh. erbauten die Jesuiten etliche Holzschindelkirchen aus Alerceholz. Einige davon wurden in die Unesco-Liste des Weltkulturerbes aufgenommen.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Aufgang zum Glockenturm

Die Chiloten leben hauptsächlich von Fisch- und Muschelzucht.

Zwei Mal habe ich nun schon Meeresfrüchte gegessen. Dann lese ich von der Marea Roja. Giftige Mikroalgen lagern in Muscheln und führen bei Menschen zu Ersticken durch Muskellähmung.

 

Palafitos - Pfahlbauten

Die Fähre von Quellón im Süden von Chiloe nach Chaitén am Festland sollte donnerstags und sonntags um 9.30 gehen. Wir fragen trotzdem nach, und siehe da, wir haben Glück: sie geht heute, Montag um 12.00 nachts.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Quellan im Süden von Chiloe.

 

 

Ich habe gegoogelt: Chile ist 4.275 km lang, aber im Durchschnitt nur 180 km breit.

Chaitén ist eine Geisterstadt. 2008 ist der gleichnamige Vulkan nach 9.000 Jahren ausgebrochen und hat trotz 35 km Entfernung große Teile des Städtchens verschüttet.

Wir kommen um 4.00 in der Früh an. Von Schutt und Asche sehen wir nichts, es ist stockfinstere Nacht und der Himmel ist von den unsagbar vielen Sternen heller als das Städtchen.

 

Wir versuchen im Auto ein bisschen zu schlafen, aber es wird kalt, also fahren wir langsam die Carretera Austral Richtung Norden. Die einzige Verbindungsstraße in den Süden Chiles ist 1200 km lang, nur kurze Strecken sind asphaltiert, 4 Meerengen müssen mit der Fähre gekreuzt werden und sie führt nur bis Villa O’Higgins. Bis Feuerland ist es noch weit, aber dahin führen in Chile keine Straßen.

 

Im Scheinwerferlicht leuchtet die Unterseite der Blätter der riesigen Farne und Nalca-Pflanzen weiß. Wir hoffen einen Puma zu sehen und freuen uns über ein Häschen mit weißem Fleck am Po, das vor uns über die Straße hoppelt.

Um 8.00 geht endlich die Sonne auf.

Vorbei geht es am Parque Pumalin, dem größten privaten Naturschutzgebiet der Welt, den der Amerikaner Douglas Tomkins, Gründer der Outdoor-Marke Northface und Mitbesitzer der Modefirma Esprit geschaffen hat.

Riesige Muschelberge an der Küste. In den Städten sahen wir immer wieder statt Kies-  Muschelwege. 

 

ein weitverbreitetes Straßenschild am Pazifik

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

ein Friedhof

Wasser gibt es in diesem Teil des Landes genug. Die Küste ist stark zerklüftet. Oft rätseln wir, ist das ein See oder ein Fjord? In 10 Tagen haben wir 5 Fähren benützt.

Schließlich erreichen wir wieder Puerto Varas und haben Glück. Die Wohnung von Jon ist frei und wir erwischen grad noch rechtzeitig den Hausmeister, der uns einlässt.

 

am Lago Villarrica regnet es 2 Tage lang. Wir reisen wieder ab ohne den aktiven Volcano Villarrica gesehen zu haben.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Ojos de Caburgua

 

 

Irgendwo da draußen im Meer liegt das Juan Fernandes Archipel von dem wohl schon jeder von uns gelesen oder zumindest gehört hat. 1704 legte ein englisches Schiff an und brachte einen Mann mit Seemannskiste und Vorräten an Land. Alexander Selkirk, Navigationsoffizier wollte es selbst so, nachdem er sich mit dem Schiffskapitän zerstritten hatte. Sicherlich hat er dabei an einen sicheren Hafen auf dem Festland gedacht und nicht an eine unbewohnte Insel. Sieben Jahre später traf er in England auf einen bekannten Journalisten, dem er seine Geschichte erzählte. Daniel Dafoe hat sie zum Roman ausgeschmückt und schuf so Robinson Crusoe.

am Pazifik weht immer ein kalter Wind

Mit unserem Afrikaauto sind jetzt Konstantin und Do unterwegs.

 

Wir besuchen irgendeine Weinkellerei und sind überrascht über deren Größe und moderne Ausstattung.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Im National Park 7 Tazas

 Drohne filmt uns, wir fotografieren Drohne

 

 

 

Drama bei den 7 Tazas.

In der engen Schlucht hat Konstantins Drohne kaum noch GPS-Kontakt und stürzt ab. Das Geräusch, der an die Felswände schlagende Drohne geht uns durch Mark und Bein. Konstantin will die steilen Felswände hinuntersteigen um sie zu holen. Von der Aussichtsplattform schreien Do, Heimo und ich, er soll zurückkommen. Wegen des rauschenden Wassers können wir ihn nicht hören aber seine Handbewegung ist eindeutig: wir sollen den Mund halten. Schließlich kann Do ihn überzeugen, dass eine wohldurchdachte Aktion erfolgversprechender ist.

Nach längerem Hin und Her stehen wir im Kreis um Ranger Julio (wir sind im Nationalpark) als dieser die Augen schließt und zu Gott betet er möge die bevorstehende Aktion gelingen lassen. Er ist Siebenten-Tags-Adventist. Dann seilen wir Julio ab. Wegen der vorspringenden Felsen können wir ihn weder sehen und hören.

Julio fischt die Drohne mit seiner eigenen Konstruktion aus einem langen Bambusstock und Stacheldrahtnetz aus dem eiskalten Gletscherwasser. Das war nicht einfach, das Wasser war an dieser Stelle ca. 4 m tief und beim Herausheben verlor er die Drohne immer wieder.

 

Da lacht Konstantin wieder.

Die nächsten Tage wird die Drohne getrocknet, unter anderem im Backrohr.

Und siehe da: el dron vuela de nuevo, aber in der Kamera bleibt das Kondenzwasser und ist somit wertlos.

 

 

Konstantin und Do sind dauernd irgendwo eingeladen oder treffen sich mit Freunden. Wir trennen uns dann für ein paar Tage und treffen uns anschließend wieder. Einmal wurden auch wir zum Mittagessen eingeladen. Filipe und Alejandra, Freunde von den beiden wohnen mit ihren beiden Söhnen in einem Compound umgeben von Elektrozaun, in einer luxuriösen Villa außerhalb der Stadt Rancagua ca.100km südlich von Santiago. Die Eltern von Alejandra sind auch da. Das Dienstmädchen serviert. Ich muss mich sehr konzentrieren um der Konversation zu folgen. Das übliche Blabla in Hotel und Restaurants ist schnell gelernt, doch hier geht es um Pinochet – die Eltern sind große Fan, die Jungen weniger – um Argentinier die in früheren Jahren im Urlaub ins viel ärmere und billigere Chile kamen (mittlerweile ist es umgekehrt), dem Charme der argentinischen Männer, dem chilenischen Schulsystem und Eliteschulen, um technische Dinge, wie Turbinen denn der Vater war Ingenieur für Wasserkraft oder Alejandras Probleme als Studentin in Madrid eine Wohnung zu mieten wenn sie sagte sie sei Chilenin.

'Los Chilenos son ladrones'. Wir finden das zwar nicht, und für südamerikanische Verhältnisse schon gar nicht.

Nur eine Nacht verbringen wir in Santiago. Aber wir kommen wieder, bevor wir nach Argentinien weiterreisen.

 

Semana Santa (Karwoche)

Ausgerechnet am Karfreitag verlassen wir die 6 Mio Stadt. Und nicht nur wir, auch die Santiager fahren ins verlängerte Wochenende. Die Chilenen sind ein reisefreudiges Volk.

Der schlimmste Verkehrsstau wurde uns angekündigt, doch als wir uns endlich auf dem Weg machen kommen wir gut durch.

 

 

Gleich nördlich von Santiago wird die Landschaft aride. Zuerst gibt es noch das gelbe Gras und vereinzelt Sträucher - wir finden es sieht aus wie in Afrika - später sind Erde und Steine braun, gesprenkelt mit Kakteen.

Murales das Gabriela Mistral darstellt.  In der Valle de Elqui geboren erhielt sie  1945 den Nobelpreis für Literatur.

 die Berge leuchten in allen Farben.

 

Gestern waren wir auf 4.775 m Höhe. Aber nicht etwa zu Fuß wie man meinen könnte, sondern mit dem Auto. Paso del Agua Negra, ein Grenzpass zwischen Chile und Argentinien. Die Grenzformalitäten werden 100 km vor der Passhöhe erledigt. In unserem Fall mussten wir die Pässe bei den Carabineros abgeben, da wir nicht nach Argentinien einreisen wollten. Stunden später bei der Rückkehr haben wir sie wiederbekommen. Ärgerlich war, dass beim Zoll dann sämtliches Frischobst und das Brathähnchen konfisziert wurden, die wir am Morgen in Chile gekauft hatten. „Así la ley“, so ist das Gesetz, sagte der chilenische Zollbeamte und besprühte das Essen mit einer giftigen Substanz bevor er es entsorgte.

Die Argentinier sind recht flott unterwegs, auf der Passstraße werden wir immer wieder überholt. Doch je höher wir kommen, werden auch sie langsamer, der Motor bekommt nicht genug Sauerstoff.

 

 

 

Unser GPS zeigt 4.775 m an, auf der Karte sind es 4.779 m und auf dem Schild steht 4.753 m. Natürlich glauben wir der Karte. 

Als wir aussteigen haben wir Kopfweh, sind schwindlig und in der Nacht schlafen wir extrem schlecht.

 

 Schneefeld

Guanaco, das größte Andenkamel.

Nachdem wir die Tiere länger beobachtet haben riecht es im Auto streng. Die Ursache sehen wir in den Guanacos. Schließlich entdecken wir, dass durch die Höhe Heimos Milch, die der Sir für seinen Teegenuss braucht, aus dem Karton gedrückt wurde. Die nächsten Tage stinkt das Auto säuerlich.

Wieder am Meer. Konstantin läßt Luft aus dem Reifen um die Düne hochzukommen.

Heimo prüft wie tiefsandig das Gelände ist

Geschafft

Playa La Virgen

 10.04.

Wir besuchen eines der großen Observatorien im Landesinneren, da wo die Luft rein und der Himmel an 350 Tage im Jahr klar ist.

 

In der Atacama Wüste

la mano del desierto.

 

 

 

 

 

Hier sind viele Lastautos unterwegs. Denn es werden Bodenschätze wie Kupfer, Phosphate, Schwefel, Gold, Silber, Mangan, Lithium u.v.m. abgebaut.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

mit vollem Tank fährt es sich ungleich entspannter in der Wüste.

 

 

 

Cerro Toco 5.604 m

Zugegeben er ist nicht so hoch wie der Kilimanjaro und geschwindelt habe ich außerdem.

Auf 5.200 m befindet sich nämlich ein Observatorium und bis dahin kann man mit dem Auto fahren. Also sind es zu Fuß nur noch 400 Höhenmeter. Trotzdem bin ich stolz, dass ich oben war. Am Gipfel treffen wir übrigens ein junges Pärchen aus dem Zillertal.

In San Pedro de Atacama trennen wir uns endgültig von Konstantin und Do. Sie fahren weiter nach Bolivien und wir fliegen auf die Osterinsel.

 Chile ist ein Land der Machiste. Man erkennt das schon am Straßenschild. Es wird, nicht wie bei  uns vor Kühen, sondern vor Stieren gewarnt.

 Mit dem Bus fahren wir von Santiago nach Valparaiso. Die Stadt hat viele Gesichter: schöne alte Villen

 aber auch schäbige und dreckige Gassen

 mit den bunten Häusern und den Murales ist die Stadt sehr farbenfroh

 In Santiago wohnen wir in einer Wohnung eines Freundes von Filipe in einem Hochhaus in Las Condes, eines der besseren Viertel Santiagos. Jedes Hochhaus hat einen Concierge. Freitagnacht können wir nicht schlafen. Bis um 3.00 in der Früh ist am Balkon schräg unter uns Party. Niemand regt sich auf.

 

Was mir in Chile gefallen hat:

Die Chilenen sind freundlich, höflich und ehrlich. Das macht das Reisen angenehm, weil man nicht ständig auf der Lauer sein muss von wem und wie man betrogen wird.

Das Trinken von Alkohol auf der Straße ist verboten.

Man sieht fast nur neue Autos.

Die Autobusse sind pünktlich und komfortabel.

Der Wein schmeckt immer gut.

 

Was mir nicht gefallen hat:

Der Kaffee schmeckt fürchterlich.

Die vielen, vor allem streunenden Hunde im ganzen Land. Heimos Ergänzung: "...und deren Hinterlassenschaften, sprich Tretminen."